Männermode aus Berlin : Alles eine Frage der Übung

Frida Homann will mit ihrem Label DYN dafür sorgen, dass Männer sich über Kleidung freuen können.

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Blumen für Männer. Mode vom Berliner Label Dyn.
Blumen für Männer. Mode vom Berliner Label Dyn.Foto: promo

Ein Blouson, auf dem Tautropfen auf rosafarbenen Blütenblätter perlen, gelbe und lilafarbene Dahlien, die ein Hemd heraufwachsen. Die Blumendrucke von Frida Homann bilden unbestreitbar den Mittelpunkt ihrer Kollektion. Damit stellt sie klar: „Ich bin keine Puristin.“ Auch wenn sie am Anfang in diese Tradition vieler Berliner Modelabels eingereiht wurde.

Trotzdem will sie Männer nicht verkleiden, das hat sie mit ihren Kollegen der Labels Sopopular, Sissi Goetze, Brachmann und Ivanman gemein. Und was geht, ist bei Männermode immer klar: Gut geschnittene Hosen und Hemden und auch ein paar Anzüge gibt es in jeder Kollektion. „Männer in Anzügen finde ich einfach scharf.“ Ihre Schnitte sind eher an junge Männer bis Mitte 30 gerichtet. „Die sind modisch interessiert.“

Frida Homann gehört zur neuen Generation von Designern, die sich nicht künstlerisch an Kleidung abarbeiten müssen, um zu rechtfertigen, warum sie so ein brotloses Studium gewählt haben. Seitdem in Berlin Mode eine immer sichtbare Rolle spielt, hat sich etwas Entscheidendes geändert: Viele junge Designer sehen sich als Modeunternehmer und nicht so sehr als Künstler, die ein paar schöne Sachen entwerfen.

Jede Saison taucht ein neues Label aus Berlin auf der Fashion Week auf. Sie präsentieren sich aus dem Stand so professionell, als würde es sie schon lange geben. So war das auch bei Frida Homann. Im Januar zeigte sie zum ersten Mal auf der Mercedes-Benz Fashion Week eine ausgefeilte Kollektion, im Juli wurde sie beim Nachwuchspreis des Berliner Senats „Start your Fashion Business“ Dritte.

Wie also geht das? Ganz einfach, Frida Homann hat geübt. Sie ist eigentlich gerade erst fertig mit ihrem Masterstudium, trotzdem gibt es ihr Label schon seit drei Jahren: „Das war mehr ein Projekt, dass neben dem Studium lief.“ Sie hat jede Saison eine Kollektion entworfen, Fotos davon gemacht und sich Produktionsstätten gesucht. So hat sie sich ein Netzwerk aufgebaut, ein Atelier gesucht, eine Homepage gebaut, einen Onlineshop eröffnet und ihre Sachen auf lokalen Designmärkten verkauft. „So konnte ich Fehler machen. Und all das im geschützten Rahmen“, sagt die 27-Jährige.

Über den Labelnamen ließ sie bei Facebook abstimmen – Dyn bedeutet auf walisisch „Mann“ und „Kraft“ und ist in der Physik eine Maßeinheit. Die Bedeutung gefiel ihr: „Das ist gut und klar.“ So soll auch ihre Männermode sein. Frida Homann hat kurz bei Hugo Boss gearbeitet – und spätestens da war sie sich sicher: „Ich will mein eigenes Label.“ Eigentlich weiß sie das schon, seitdem sie als Teenager im westfälischen Steinfurt ihre selbst genähten Kleidungsstücke in der Schule vorführte. Deshalb begann sie auch gleich nach dem Abitur an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Modedesign zu studieren.

Und die Designerin weiß auch, was sie jetzt erwartet: „Harte Arbeit“. Deshalb hat sie lange an ihrem Businessplan gefeilt. Sie hat keine reichen Eltern und musste die Bank überzeugen. In ihrem Plan steht auch drin, dass man ein paar Saisons durchhalten muss, bevor jemand die Sachen kauft.

Dass sie schon früher als erwartet das rettende Ufer erreichen könnte, liegt an den Details. Die lieben die Männer. Die leicht in Falten gelegten Passen an den Hüften eines Mantels und die rautenförmige Absteppung, die Blütendrucke auf roséfarbenen Blousons sorgen nicht für Irritation, sondern für Zustimmung. „Endlich mal ein bisschen mehr dran“, ist ein häufiger Kommentar ihrer Kunden. Genau das will Frida Homann in Zukunft noch mehr herausarbeiten.

Dyn gibt es ab dem 1.10. im LNFA Concept Store im Bikinihaus zu kaufen.

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