Mode: Fashion Week Berlin : Hello, goodbye - so soll 2017 werden

Modeexperten verraten, worauf sie sich im neuen Jahr freuen, was sie nicht mehr sehen können, und was sie immer lieben werden.

Bettina Hoffmann
Mehr Modemut für Berlin. Das wünscht sich die Trendexpertin Anne Bernecker. Wo sie ihm begegnet, zückt sie (wie für dieses Foto) die Kamera und dokumentiert gelungenen Stil für ihren Blog.
Mehr Modemut für Berlin. Das wünscht sich die Trendexpertin Anne Bernecker. Wo sie ihm begegnet, zückt sie (wie für dieses Foto)...Foto: Anne Bernecker

Anne Bernecker, was möchten Sie mit dem alten Jahr verabschieden?

Was ich echt nicht mehr sehen kann, sind die Jeans mit den zwei Rissen genau über dem Knie. Manchmal ist es echt erschreckend, wie so ein Trend um sich greift und jeder nur noch das Gleiche anhat und damit so ziemlich seinen eigenen Stil verliert. Am liebsten würde ich alles super Schnelllebige mit dem neuen Jahr verabschieden, vor allem den zu schnellen Konsum von Mode. Ich finde, wir sollten alle mehr in Qualität und Nachhaltigkeit investieren und zum eigenen Stil stehen.

Worauf freuen Sie sich?
Ich würde mich über mehr Experimentierfreude in Deutschland freuen. Hier in London, wo ich lebe, ist es wichtiger, individuell auszusehen, als sich anzupassen. Und ich fände es schön, wenn man einfach mehr Spaß mit der Mode hat und mal was Neues ausprobiert. Ich freue mich auf mehr Farbe auch im Winter. Warum nicht mal einen rosa Wollmantel anstatt sicheres Schwarz, Grau oder Marine? Ich freue mich auch, dass generell Eleganz und Stil wieder zählt.

Es heißt: Alles kommt irgendwann wieder - worauf möchten Sie nicht mehr länger warten?
Im Augenblick kommen historische Einflüsse wieder, worüber ich mich freue. Brokatstoffe, Jacquards, feste Gabardines und voluminöse Ärmel, die an Renaissancegewänder erinnern und klassische Schneiderkunst. Generell wird auch Volumen wichtiger werden. Zum einem zum Wohlfühlen, aber auch vor allem zum Schutz.

Anne Bernecker.
Anne Bernecker.Foto: promo

Gibt es etwas, das Sie immer lieben werden, völlig egal, ob es angesagt ist oder nicht?
Ja, auf jeden Fall. Obwohl ich als Trendberaterin arbeite, oder gerade deshalb, ist es mir sehr wichtig, meinen eigenen Stil zu haben und zu tragen, was mir auch steht. Auf Englisch würde ich meinen Stil als smart-casual beschreiben. Ich kombiniere gerne Sweatshirts mit hohen Stiefeln oder einem Rock; Denim, Army oder Workwear mit etwas Glitzerndem oder einen klassischen Wollmantel mit Turnschuhen. Ich mag Kontraste, ich glaube das spiegelt auch meine Person wider.

Mehr Infos: www.annebernecker.co.uk

Kerstin Geffert.
Kerstin Geffert.Foto: promo

Kerstin Geffert, Was möchten Sie mit dem alten Jahr verabschieden?
Mit Fell ausgeschlagene Loafers und alles mit Katzen drauf.

Worauf freuen Sie sich?
Auf die Wintersaison 2017. Sommerkollektionen reizen mich weniger. Ich mag den Winter lieber, weil man stylingtechnisch mehr Möglichkeiten hat (more is more!). Material und Texturen sind häufig spannender: Merinowolle, Lammfell, Kaschmir, Leder - immer her damit! Dieses Jahr trage ich besonders gern meine gefütterte Bomberjacke des Designers Lutz: Sie ist dunkelblau, knallorange gefüttert und hat einen asymmetrischen Einsatz aus Wollfilz. Ich trage jetzt auch gern klassische, karierte Herrenanzüge aus Wolle, zum Beispiel von Tiger of Sweden. Dazu kombiniere ich als Stilbruch rosafarbene Boots von Acne.

Es heißt: alles kommt irgendwann wieder - worauf möchten Sie nicht mehr länger warten?
Alles, was ich schon mal gut fand, habe ich noch irgendwo. Ich musste also nur ein bisschen suchen...

Gibt es etwas, das Sie immer lieben werden, völlig egal, ob es angesagt ist oder nicht?
Ein Leben ohne Jeans ist möglich, aber sinnlos. Es gibt Jeans, die ich schon seit Jahren besitze und immer mal wieder vorkrame, zum Beispiel eine klassische Levi's 501. Ergänzend kommen modische Spielarten hinzu: Im Sommer hatte ich einen kleinen Destroyed-Fetisch und habe überall dran herumgeschnippelt. Derzeit stehe ich mehr auf klassischere Waschungen mit weiterem Bein und „cropped“, also verkürzter, Länge, zum Beispiel von Balenciaga.

Herbert Hofmann.
Herbert Hofmann.Foto: Dominik Schulte

Herbert Hoffmann, was möchten Sie mit dem alten Jahr verabschieden?
Abgeschnittene und dekonstruierte Jeans. „Kaputte“ Jeans für 1000 Euro habe ich noch nie verstanden.

Worauf freuen Sie sich?
Ich freue mich auf übergroße weiße und hellblaue Hemden für Männer und Frauen, zum Beispiel von Jil Sander, Raf Simons und Marni.

Es heißt: Alles kommt wieder - worauf möchten Sie nicht mehr länger warten?
Ich kann es nicht abwarten, bis endlich wieder etwas mehr Eleganz in die Modewelt kommt. Ich stehe eigentlich immer für den bequemen und legeren Look, aber die letzten zwei Saisons waren mir persönlich etwas zu ranzig, unästhetisch und unförmig.

Gibt es etwas, das Sie immer lieben werden, völlig egal, ob es angesagt ist oder nicht?
501 Levi's Jeans in blau, schwarz und weiß.

Was möchten Sie mit dem alten Jahr verabschieden?
Asymmetrische, komplett schwarze Lagenlooks. Manchmal geht’s nicht anders, aber es ist wirklich so durch und das schon seit Längerem.

Sebastiano Ragusa.
Sebastiano Ragusa.Foto: promo

Sebastian Ragusa, worauf freuen Sie sich?
Mehr Farbe und Muster und hoffentlich mehr Samt!

Es heißt: Alles kommt irgendwann wieder - worauf möchten Sie nicht mehr länger warten?
Ich bin ziemlich übersättigt und habe das Gefühl, dass alles irgendwie geht. Grundsätzlich wünsche ich mir mehr Eleganz und weniger Normcore.

Gibt es etwas, das Sie immer lieben werden, völlig egal, ob es angesagt ist oder nicht?
Jeans- schon so oft totgesag, aber nicht für mich! Und durch angesagte Marken wie Vêtements oder Off-White sind sie wieder mega aktuell.

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