Die Sparkolumne : Gibt es eine Alternative zum Duschvorhang?

Wir haben endlich eine richtige Dusche, mit Glaswand ringsum. Die Sache hat nur einen Haken: war nicht billig. Wie mein Putzfimmel aus dem Ruder lief.

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Unpraktisch. Gummiabzieher hinterlässt Spuren, also kaufte unser Autor ein Spezialtuch.
Unpraktisch. Gummiabzieher hinterlässt Spuren, also kaufte unser Autor ein Spezialtuch.Foto: imago/Westend61

Ich weiß nicht, ob sich jemand an Alfred Hitchcocks Film „Psycho“ erinnert. Wenn nicht, umso besser. Es gibt darin nämlich eine Duschszene, die hat mich für Jahre verstört: Das Opfer wird durch den Vorhang erstochen. Jedenfalls fühlte ich mich danach immer unwohl hinter diesen Duschvorhängen. Erschwerend kam hinzu, dass sie die unangenehme Angewohnheit haben, sich feucht und klamm an den Körper zu schmiegen.

Es hilft, wenn man den Vorhang außen über den Badewannenrand legt. Allerdings tropft es dann manchmal raus. Einmal bin ich beim Verlassen der Wanne auf so einer Pfütze durch das halbe Bad gesurft und anschließend neben der Kloschüssel aufgeschlagen. Was hätte ich mir dabei nicht alles brechen können!

Deshalb kaufte ich eine Plastikfaltwand. Eigentlich super, weil man jederzeit sehen kann, ob jemand kommt und einen angreifen will. Schon bald habe ich gar nicht mehr an „Psycho“ gedacht. Dafür mäkelte meine Frau, dass das Ding irgendwie billig aussieht. Gut, die Sache hatte sich erledigt, nachdem ich in der Wanne ausrutschte. Reflexartig griff ich im Fallen nach der Faltwand und räumte dabei die ganze fragile Konstruktion ab.

Jetzt haben wir endlich eine richtige Dusche. Mit einer gläsernen Wand ringsum.

Mikrofasertücher können kleine Kratzer hinterlassen

Alles könnte so schön sein. Die Sache hat nur einen Haken: Das gläserne Monstrum war recht teuer. Ich weiß auch nicht, weshalb ich so viel Geld für eine Dusche ausgegeben habe. Gerade deshalb soll sie immer so aussehen wie neu.

Also erwarb ich einen Gummiabzieher, wie man ihn auch zum Fensterputzen verwendet. Ich gewöhnte mir an, sofort nach dem Duschen die Glaswände damit zu bearbeiten. Noch bevor ich mich abgetrocknet habe – was das Duschvergnügen ein wenig schmälert. Trotzdem stellte ich irgendwann fest, dass da Tropfen zurückbleiben, auch auf der Armatur.

Bevor sich jetzt Kalkränder bilden, fing ich also an, das ganze Ding nach dem Duschen zusätzlich mit einem Mikrofasertuch abzuwischen. Und das neue Waschbecken gleich mit. Bis mir jemand sagte, dass Mikrofasertücher auf Sanitärkeramik kleine Kratzer hinterlassen können. Ich kaufte extra ein passendes Spezialtuch. War nicht billig, aber Dusche und Waschbecken wirken auch nach Wochen immer noch so wie frisch montiert.

Dafür friere ich jetzt manchmal im Bad, wenn ich tropfnass die Glaswände poliere. Das ganze Prozedere dauert natürlich eine Weile, ich stehe deshalb früher auf. Manchmal wünsche ich mir dann die alte Dusche zurück.

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