Berlin : 1. Oktober 1978

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Vor 25 Jahren nahm die BVG manchmal keine Behinderten mit

BERLINER CHRONIK

Der Schwerbehinderte war empört. Der Busfahrer der BVG weigerte sich, den Fahrgast im Rollstuhl mitzunehmen. Dem Mann blieb zusammen mit seinem Begleiter nur die Fahrt im Taxi übrig. Der BVGMitarbeiter handelte jedoch nicht gegen die Bestimmungen: Die menschliche Situation sei zwar für den Betroffenen bedauerlich, doch diese Personengruppe werde durch technische Widrigkeiten vom öffentlichen Personenverkehr unter Umständen ausgeschlossen, heißt es bei BVG und Senatsverwaltung. Rollstuhlfahrer müssen auch weiterhin in den meisten Fällen auf eine Mitfahrt im BVG-Bus verzichten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es neue oder alte Busse, sogenannte Eindecker oder Doppeldecker sind, in denen die Mitfahrt nicht möglich ist. Der Rollstuhl brauche Platz, der in den Fahrzeugen nicht vorhanden sei, zudem scheitere die Mitfahrt auch oft schon an den zu schmalen Türen. Damit befindet sich der an den Rollstuhl gebundene in ähnlicher Situation wie die Eltern mit Kinderwagen oder Reisende mit viel Gepäck. Auch sie müssen an der Haltestelle zurückbleiben, wenn der vorgesehene Abstellplatz im Bus bereits besetzt ist.

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