Berlin : 150 Zuhörer kamen zur Buchpremiere ins "Leseland"

hema

Wenn das Buch so erfolgreich wird, wie seine Premiere, können sich der Autor und der Aufbau-Taschenbuch-Verlag freuen. Letzterer hatte vor einem knappen Jahr bei Peter Jacobs angefragt, ob "er nicht auf die Schnelle" zum 40. Todestag von Victor Klemperer am 11. Februar 2000 eine Biographie des Dresdener Professors schreiben könnte. Dessen Tagebücher über den Holocaust sind nun Pflichtstoff von Literaturdebatten. In jüngster Erinnerung ist auch die Fernsehserie über den Tagebuchschreiber. Der wurde als Rabbinersohn 1881 in Landsberg an der Warthe geboren und blieb nach dem Krieg in der DDR - nicht zuletzt, weil er in Dresden ein Haus hatte.

Als "im Kern ein deutsches Gewächs" hat Peter Jacobs den von ihm seit der eigenen Jugend in der DDR verehrten Klemperer begriffen, und so hat der Berliner Journalist auch sein Buch genannt. Dass lockte über 150 Klempererfans in die Buchhandlung "Leseland" am S-Bahnhof Hackescher Markt, unter anderen auch einen schon weißhaarigen Neffen Victor Klemperers, Peter Klemperer mit Ehefrau Inge aus Hildesheim, und den Filmregisseur Peter Kahane, bei dessen Vater Max Kahane,dem einstigen Chefkommentator des "Neuen Deutschland", Victor Klemperer immer wohnte, wenn er aus Dresden in die DDR-Hauptstadt kam. In der deutschen Hauptstadt rettete Hadwig Klemperer die Buchpremiere, die der aufgeregte Autor fast zerredet hätte.

Ein Jahr nach dem Tod seiner Frau Eva hatte Victor Klemperer 1952 die 45 Jahre jüngere promovierte Philologin geheiratet und der Katholikin zuliebe die Ehe fünf Jahre später sogar kirchlich segnen lassen. Die 74-jährige brachte berlinisch-forsch "Leben in die Bude" - als "Gebrauchsanleitung für die dicken Dinger" empfahl Hadwig Klemperer unprätentiös die Biographie über ihren Mann, bevor man dessen Tagebücher lese.

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