Berlin : 17 Autokolonnen und tausende im Stau

Chirac und seine Minister in Berlin: am Sonnabend gleich noch einmal

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Eigentlich könnte Herr Chirac doch gleich in Berlin bleiben. Diesen nicht ganz ernst gemeinte Stoßseufzer eines einzelnen Verkehrspolizisten dürften viele Autofahrer unterschreiben. Denn gestern hieß es überall: warten, Stau. Und dasselbe gilt am morgigen Sonnabend: Herr Chirac ist schon wieder da, dann mit Herrn Blair aus London.

Gestern hatte der französische Staatspräsident Jacques Chirac nicht nur seinen Premierminister JeanPierre Raffarin mitgebracht, sondern sämtliche Minister. Ergebnis: 17 Autokolonnen bewegten sich gestern kreuz und quer durch die Innenstadt. Chiracs Schlange war natürlich die längste, zwölf Limousinen und sieben Motorräder als Eskorte, „unwichtige“ Minister mussten sich mit je einem Spitzen- und Schlussfahrzeug begnügen. Zu sehen waren die Kolonnen überall, denn die Gespräche im Rahmen dieser „81. Deutsch-Französischen Konsultationen“ wurden hier und da geführt – und so kurvten die Teilnehmer eben kreuz und quer durch die Stadt.

Und so lief der Donnerstag: Landung um 10.30 Uhr mit drei Maschinen in Tegel, militärischer Teil, dann ab 11 Kanzleramt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen schwärmten die Fachminister aus – zu ihren deutschen Kollegen. Angesichts der Fülle der Gäste an diesem Tag hatte die Polizei Sicherheitsstufe 2 ausgerufen, für den Sonnabend reicht Stufe 3, da der Vier-Stunden-Besuch von Chirac und Englands Premier Tony Blair im gut gesicherten Kanzleramt stattfindet. Morgen gegen 11 Uhr werden die Maschinen aus London und Paris im Abstand von 15 Minuten landen und von Kanzler Schröder auf dem militärischen Teil von Tegel empfangen. Die drei Staatsführer werden dann entweder in einer – majestätisch langen – Kolonne ins Kanzleramt gefahren oder in drei getrennten. Dies wird kurzfristig entschieden. Abflug ist 15 Uhr. Während am Sonntag nur 2500 Radfahrer mit einer Demo-Rundfahrt die Autofahrer stören, geht es am Montag mit Staatsbesuchen weiter – und zwar mit Sicherheitsstufe 2 für den US-Heimatschutzminister Tom Ridge. Und noch einer kommt am Montag: der Präsident von Tansania. Ha

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