17 Jahre nach Verschwinden : Urteil im Prozess "Mord ohne Leiche" erwartet

Seit über 17 Jahren ist Maike verschwunden. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin geht von Mord aus. Ihr Ex-Freund steht im Verdacht.

Seit über 17 Jahren ist Maike verschwunden. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin geht von Mord aus. Ihr Ex-Freund soll die hochschwangere minderjährige Jugendliche aus Leegebruch in Brandenburg im Juli 1997 ermordet haben – nachdem ihn seine Mutter dazu angestiftet hatte, so die Staatsanwaltschaft. An diesem Mittwoch will das Landgericht Neuruppin sein Urteil sprechen.

Nach mehr als 14 Monaten Verhandlung wird sich entscheiden, ob den Richtern die Indizien ausreichen. Die Angeklagten haben vor Gericht geschwiegen. Eine Hoffnung von Maikes Eltern ist damit zerschlagen: Sie wollten erfahren, wo die Leiche ihres Kindes zu finden ist. Für die 61 Jahre alte Angeklagte geht es um lebenslange Haft wegen Anstiftung zum Mord. Für ihren Sohn hat die Staatsanwaltschaft wegen Mordes eine Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren beantragt. Der heute 35-Jährige war zum Tatzeitpunkt Heranwachsender und soll nach Jugendstrafrecht verurteilt werden.

Nach Überzeugung von Staatsanwalt Philip Schumacher wurde die damals 17-Jährige Opfer eines „geradezu teuflischen Mordplans“. Die 61-Jährige habe verhindern wollen, dass ihr Sohn Unterhaltszahlungen leisten muss. Darum habe sie diesen und einen Bekannten zu der Mordtat am 3. Juli 1997 getrieben. Der Bekannte hat laut Anklage umgerechnet 1800 Euro dafür erhalten, dass er die junge Frau erdrosselte. Der 80-Jährige muss sich nicht vor Gericht verantworten, weil er verhandlungsunfähig ist.

Die Angeklagten waren früh ins Visier der Ermittler geraten. Doch erst seit 2012 glaubt die Staatsanwaltschaft, das Trio überführen zu können. Die Polizei hatte den Fall auch mithilfe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ 2012 noch einmal aufgerollt. Dabei hatte sich der Verdacht gegen die Beschuldigten erhärtet. 45 Prozesstage liegen hinter dem Gericht, rund 50 Zeugen und Sachverständige sind gehört worden. (dpa)

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