Berlin : 18-Jähriger nach Streit erstochen Anlass war Bemerkung auf Neuköllner Bolzplatz

Eine Schlägerei in Neukölln ist am Sonntagabend tödlich eskaliert – am Ende starb ein 18-Jähriger an den Folgen eines Messerstichs. Zwei mutmaßliche Tatverdächtige im Alter von 39 und 34 Jahren sind mittlerweile gefasst.

Nach bisherigen Erkenntnissen war eine Gruppe auf einem Bolzplatz nahe der Fritzi-Massary-Straße in der High-Deck-Siedlung in Streit geraten, wie in einem Teil der gestrigen Auflage berichtet. Eine abwertende Bemerkung („Du spielst so scheiße.“) soll der ursprüngliche Anlass gewesen sein, sagte ein Ermittler. Ein Wort ergab offenbar das andere – dann kam es zwischen mehreren Beteiligten zur Schlägerei. Nachdem sich die Kontrahenten zunächst getrennt hatten, ging der Streit gegen 18.40 Uhr weiter. Wieder waren es mehrere Mitglieder einer Gruppe, die sich vor der Wohnung des späteren Tatverdächtigen aufbauten und verlangten, dass er und sein Begleiter auf die Straße kommen sollten.

Dort kam es erneut zur Schlägerei, diesmal waren Waffen im Einsatz. Hierbei erlitt ein 18-jähriger Deutsch-Libanese einen Messerstich in den Oberkörper. Er starb wenig später an den Folgen der Verletzung im Krankenhaus. Noch am Tatort konnte der mutmaßliche Verdächtige, ein 39-jähriger Deutscher, festgenommen werden. Sein 34 Jahre alter Begleiter flüchtete zunächst, er stellte sich aber am frühen Montagmorgen bei der Polizei. Beide sollen einem Haftrichter vorgeführt werden. Inwieweit die Tatverdächtigen und das Opfer sich kannten und ob es weitere Hintergründe zu dem tödlichen Streit gab, konnte die Polizei noch nicht sagen. Die Beamten hatten in der Nähe des Tatorts verschiedene Stich- und Schlagwaffen gefunden, was laut Polizei darauf schließen lässt, dass die Gruppe um das Opfer gezielt die gewalttätige Auseinandersetzung gesucht hatte.

Bereits am frühen Sonntagmorgen war am U-Bahnhof Alexanderplatz in Mitte der 29-jährige Lars B. – Mitglied in der Türsteherszene – von zwei Männern durch Messerstiche in den Bauch schwer verletzt worden. BVG-Mitarbeiter hatten gegen vier Uhr Schreie gehört und waren herbeigeeilt. Die Männer, die mit Messern bewaffnet vor dem Opfer knieten, flüchteten. Kurz darauf wurde der 26-jährige Bastian E. gefasst. Nach seinem Komplizen wird gefahndet. Die Hintergründe sind laut Polizei noch unklar. tabu

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