1874 WURDE ER ERRICHTET : Der Fichtebunker in Kreuzberg: Ein Bauwerk mit Geschichte

Der Bunker kann am Wochenende besichtigt werden.
Der Bunker kann am Wochenende besichtigt werden.

GESCHICHTE



Für ein Luftschutzgebäude hat der Fichtebunker eine ungewöhnliche Gestalt: Er ist kreisrund. Das hängt mit der ursprünglichen Funktion des denkmalgeschützten Baus zusammen. Dieser wurde 1874 an der Fichtestraße in Kreuzberg als Gasspeicher errichtet. Die Form, die ihm sein Architekt Johann Wilhelm Schwedler gab, lehnt sich an Entwürfe für Rundkirchen an. Als 1922 Berlins Gaslaternen auf Elektrizität umgestellt wurden, legte man den Gasometer still. 1940 bauten ihn die Nazis zum Bunker um, indem die geklinkerten Außenwände innen mit Stahlbeton verstärkt wurden. In 750 Räumen fanden bis zu 30 000 Menschen Schutz. Nach dem Krieg diente der Bunker als Altenheim und Obdachlosenasyl. Im Kalten Krieg lagerte hier ein Teil der Senatsreserve.

HEUTIGE NUTZUNG

Nach der Wende stand der Bunker leer, erst 2006 verkaufte ihn das Land an Investoren, die unter der Stahlkuppel zwölf Eigentumswohnungen errichteten. Die darunterliegenden einstigen Schutzräume hat der Verein Berliner Unterwelten für Führungen hergerichtet. Besichtigungen beginnen am Sonnabend und Sonntag, 13 und 15 Uhr, sowie donnerstags ab 16 Uhr. Telefon: 499105-17, www.berliner-unterwelten.de. Beim Verein ist auch ein Buch erhältlich mit dem Titel „Geschichtsspeicher Fichtebunker“. CS

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