Berlin : 29. Juni 1977

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BERLINER CHRONIK

Bisher noch unbekannte Täter haben in der Nacht zu gestern auf die „Schwarzfahrer-Kartei“ der BVG in der Potsdamer Straße 192 in Schöneberg einen Brandanschlag verübt. Die Akten blieben unbeschädigt, jedoch entstand durch die Flammen ein Sachschaden von rund 200 000 Mark. Die Unbekannten hatten in dem BVG-Gebäude in vier Räumen des vierten Stockwerkes Brandsätze gezündet; gleich darauf standen die Diensträume in Flammen. Nach Angaben der BVG war die an anderer Stelle des Hauses untergebrachte U-Bahn-Meldestelle durch ein explosionsartiges Geräusch auf die Vorgänge aufmerksam geworden; sie hatte die Feuerwehr alamiert. In einem der Zimmer im vierten Stockwerk war es zu einer Verpuffung gekommen, wodurch eine Wand zum Nebenraum einstützte. Außerdem brannten die vier Zimmer völlig aus. Nach den bisherigen Ermittlungen des Staatsschutzes haben die Täter auf dem Flur im vierten Stock vor drei Zimmern neuartige Brandsätze abgestellt, wie sie bisher in der Berliner Anarchistenszene noch nicht verwandt wurden.

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