Berlin : 45 Stunden

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Ursula Wunsch ist 48 Jahre alt und unterrichtet zurzeit Mathematik und Informatik an der Britzer FritzKarsen-Gesamtschule. Sie gibt wöchentlich 24 Stunden Unterricht und ist drei bis vier Stunden mit der Systemverwaltung beschäftigt, weil sie es mit einem „zusammengestückelten Haufen von Rechnern" zu tun hat. Rund 13 Stunden benötigt sie für die Unterrichtsvorbereitung und für die Konzeption und Durchsicht von Tests. Weitere zwei Stunden kommen für Klausurkorrekturen hinzu, eine Stunde für Konferenzen.

Unverzichtbar sind für die Naturwissenschaftlerin Fortbildungen. Schätzungsweise eineinhalb Stunden gehen pro Woche dafür drauf. Jüngste Beispiele: ein Kurs für das Projekt „Computerunterstützter Mathematik-Unterricht in der Oberstufe" und ein Workshop für die „Pädagogische Schulentwicklung". Zudem beansprucht die Fortbildung im Fach Informatik viel Zeit, beispielsweise, weil es immer wieder neue Programmiersprachen zu lernen gibt: Inzwischen ist Frau Wunsch bei „ihrer“ fünften Sprache angelangt. Insgesamt kommen rund 45 Arbeitsstunden zusammen.

Als „belastend" empfindet es die Pädagogin, dass sich „immer mehr Aufgaben auf die Schule verlagern", ohne dass jemand frage, wie das vor Ort zu bewerkstelligen sei. Auch bedrückt sie das schlechte Image der Lehrer und „dass man den Druck so schwer vermitteln kann, unter dem man steht". Das gelinge mitunter nicht einmal im Gespräch mit Freunden. sve

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