50 Jahre Mauerbau : Innehalten zum Gedenken

Zum Mauerbau-Jahrestag ist am 13. August um 12 Uhr eine Schweigeminute geplant. Der Tagesspiegel unterstützt den Aufruf.

von

Sie trennte Familien und Straßenzüge, die Mauer zerriss eine ganze Stadt. Heute ist davon nicht mehr viel zu spüren. Am 50. Jahrestag soll noch einmal daran erinnert werden, wie einschneidend das Ereignis war. Am Sonnabend, den 13. August, um 12 Uhr rufen die Stiftung Gedenkstätte Berliner Mauer und die Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft deshalb zusammen mit dem Tagesspiegel zu einer Schweigeminute auf. Motto: „Berlin steht still“.

Viele Prominente und Politiker aus Berlin werden dann ebenfalls innehalten. „Ich unterstütze die Initiative ausdrücklich. Mit der Schweigeminute wird auf angemessene Weise an die Opfer der innerdeutschen Grenze gedacht. Das Unrecht der SED-Diktatur und das Leid, das viele erfahren mussten, darf nicht vergessen werden“, sagt Frank Henkel, CDU-Fraktionsvorsitzender im Abgeordnetenhaus. FDP-Chef Christoph Meyer sprach von einem „guten Zeichen, in der ganzen Stadt innezuhalten. Man muss sich das Unrechtsregime und seine Opfer vergegenwärtigen.“

Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) lobte die Schweigeminute als Erinnerung an ein für Berlin folgenreiches Ereignis. Sie selbst werde wohl in der S-Bahn sein, weil sie an einer Radtour entlang des Mauerstreifens teilnehmen will. Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) sagte, die Schweigeminute sei „eine würdige Form des Gedenkens, wenn eine solche Aktion von einer breiten gesellschaftlichen Mehrheit getragen wird“. Er selbst werde um 12 Uhr an der zentralen Gedenkveranstaltung an der Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße teilnehmen. Dort wollen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundespräsident Christian Wulff (CDU) und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sein.

Auch abseits der Politik stößt der Aufruf zum stillen Erinnern auf Zustimmung. „Der Mauerbau war nicht nur der Offenbarungseid eines politischen Systems, sondern hat die Berliner als Menschen getroffen, indem sie Familien und Freunde auseinanderriss“, sagte Gary Smith, Direktor der American Academy. Eine Schweigeminute zur Besinnung auf die Geschichte sei wichtig, um der vielen persönlichen Schicksale und Opfer zu gedenken.

Nils Busch-Petersen vom Einzelhandelsverband will zusammen mit der Familie gedenken. „Das ist unterstützenswert, weil Berlin die eigene Teilung erleben musste.“ Burkhard Kieker von der Tourismusagentur VisitBerlin will auf Dienstreise innehalten. „Die Mauer hat das Schicksal Berlins und vieler Berliner bestimmt.“ Die BVG hatte angekündigt, U-Bahnen und Busse für drei Minuten zu stoppen.

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben