Berlin : 70 Bäume vor Säge gerettet Jetzt kommen Gutachter erneut ins Gleimviertel

River Tucker

Erneut haben Berlins Baumschützer einen Sieg errungen: Insgesamt 95 Bäume sollten ursprünglich rund um die Gleimstraße in Prenzlauer Berg gefällt werden, doch das Projekt wurde zunächst gestoppt. Auf Druck des Bürgervereins Gleimviertel und des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) wird jetzt noch einmal ganz genau geprüft, welche und wie viele Bäume fallen müssen. Für 25 Bäume kommt der Einspruch zu spät: Sie fielen bereits in der vergangenen Woche der Motorsäge zum Opfer.

Da hatte sich der Bürgerverein entschlossen, kurzfristig ein Gutachten über die angeblich unrettbar erkrankten Bäume in Auftrag zu geben. Das Grünflächenamt hatte bei den Kandidaten eine „fortschreitende Wurzelfäule“ diagnostiziert, doch das Gutachten des Bürgervereins stellte lediglich bei zehn Prozent der Bäume Wurzelfäule fest. Die Experten kritisieren darin, dass das Grünflächenamt offenbar allein „durch Sichtkontrollen“ die 95 Bäume ausgewählt habe. „Weitergehende Untersuchungen wie Bohrwiderstandsmessungen oder die Beauftragung eines externen Gutachters wurden nach Angaben des Amtes nicht vorgenommen“, heißt es in dem Gutachten.

Trotz des Erfolgs bleiben die Anwohner misstrauisch gegenüber der Behörde – und kündigen schon einmal Widerstand an. „Wir werden keine Baumfällung akzeptieren, die nicht im Konsens geschieht. Und Konsens bedeutet nicht, dass wir das einfach abnicken“, sagt Heiner Funken vom Bürgerverein. Notfalls würden sich die Anwohner zur Wehr setzen. „Dann haben wir den Landwehrkanal in Prenzlauer Berg.“ River Tucker

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