74-Jährige vor Gericht : Schmutziges Geld und Pistole im Kleiderschrank

Eine Rentnerin soll bei groß angelegten Kokaingeschäften geholfen haben. Vor Gericht muss sie sich wegen Geldwäsche, illegalen Waffenbesitzes, Sozialbetrugs und Beihilfe zum Dorgenhandel verantworten.

Kerstin Gehrke
Personifikation der Gerechtigkeit: Justitia Foto: picture alliance / dpa
Personifikation der Gerechtigkeit: JustitiaFoto: picture alliance / dpa

Mit einem schwarze Tuch verhüllte die Rentnerin ihr Gesicht und ließ sich von ihrer Verteidigerin in den Gerichtssaal führen: Jutta K., 74 Jahre und erstmals angeklagt, soll bei groß angelegten Kokaingeschäften geholfen haben. Laut Anklage bunkerte sie schmutziges Geld sowie eine scharfe Pistole. Auch soll sie Garagen angemietet haben. 435.600 Euro fanden Fahnder vor vier Jahren in ihrem Kleiderschrank. Eine Beihilfe zum Drogenhandel? Nein, widersprach die Anwältin. „Sie hat das Geld für einen Bekannten aufbewahrt, von dessen Drogengeschäften wusste sie nichts.“

Ein völliges Unschuldslamm aber ist die blondierte und dezent geschminkte frühere Wirtin aus Wilmersdorf nicht. Sie muss sich auch wegen Geldwäsche, illegalen Waffenbesitzes und Sozialbetrugs verantworten. Drei Punkte, die sie zugibt. Bei der knappen halben Million habe Jutta K. gedacht, die stamme aus „nicht so legalen Autogeschäften“, so die Verteidigern. Die Pistole? „Die hatte sie von ihrem Ex-Mann bekommen zu ihrem Schutz in ihrer Pizzeria.“

10.000 Euro zur Aufstockung ihrer Rente

Der Sozialbetrug ist wahrlich ein starkes Stück. Jutta K., die erst als Friseurin arbeitete und dann bis 2008 eine Pizzeria betrieb, habe immer ziemlich gut gelebt, sagte die Anwältin. „Sie hatte mehrere Autos, fuhr Porsche.“ Doch mit der Rente sah es nicht mehr so rosig gut aus. Um ihren Lebensstandard zu halten, verschwieg die Ex-Wirtin gegenüber dem Sozialamt 120.000 Euro aus einer Lebensversicherung, Erlöse aus dem Verkauf einiger Schmuckstücke und ein paar Finanzspritzen von der Schwiegermutter. Laut Anklage hatte sich die Rentnerin von März 2011 bis August 2013 fast 10.000 Euro zur Aufstockung ihrer Rente erschlichen.

Jutta K. war 2011 durch Kontakte zu einem arabischen Kokainhändler (34) unter Verdacht geraten, der 2013 neuneinhalb Jahre Haft erhielt. Dessen Bruder arbeitete bei ihr in der Pizzeria und wurde ein guter Freund. Zum Urteil soll es am Montag kommen.  

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