8. Mai : Berlin gedenkt des Kriegsendes vor 60 Jahren

Mit einer Vielzahl von Gedenkveranstaltungen wird heute in Berlin an das Kriegsende am 8. Mai 1945 erinnert. Am sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow (Foto) und in der Neuen Wache Unter den Linden wurden Kränze zum Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges niedergelegt. Am Nachmittag ist eine Feierstunde im Bundestag geplant.

Berlin (08.05.2005, 16:05 Uhr) - Beim zentralen Gedenkgottesdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) warnte Ratspräsident Wolfgang Huber am Sonntag vor dem Vergessen. «Um der Zukunft willen darf die Vergangenheit nicht verdrängt werden», sagte der Bischof in seiner Predigt in der Kaiser- Wilhelm-Gedächtniskirche.

Am sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow legten der russische Botschafter in Berlin, Wladimir Kotenew, und der Berliner Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper Kränze nieder. Der 8. Mai 1945 sei der Sieg der Zivilisation über die Barbarei gewesen, sagte Kotenew vor Veteranen der Roten Armee. Zu der Kranzniederlegung war auch die PDS-Parteispitze erschienen. Opfer des Zweiten Weltkrieges geehrt - Kranzniederlegung in Berlin

Die Staatsspitze der Bundesrepublik Deutschland gedachte mit einer Kranzniederlegung in der Neuen Wache in Berlin der Opfer des Zweiten Weltkrieges. In dem Mahnmal gegen Krieg am Boulevard Unter den Linden wurden in einer schlichten Zeremonie fünf Kränze für die fünf Verfassungsorgane des Landes niedergelegt.

Als ihre Repräsentanten waren Bundespräsident Horst Köhler, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Bundeskanzler Gerhard Schröder, Bundesratspräsident Matthias Platzeck und der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Hans-Jürgen Papier, gekommen. Seit 15.00 Uhr findet im Bundestag eine Feierstunde statt. Schröder fliegt anschließend nach Moskau, wo er am Montag an der russischen Siegesfeier teilnimmt.

Am Mittag hatten sich die Repräsentanten des Bundes zunächst zu einem ökumenischen Gottesdienst in der St.-Hedwigs-Kathedrale versammelt. In seiner Predigt nannte Kardinal Karl Lehmann den 8. Mai 1945 einen Tag der Befreiung. Er erinnerte daran, dass viele Deutsche das Kriegsende vor 60 Jahren damals aber nicht als Befreiung empfunden hätten. Sie hätten sich in den folgenden Jahrzehnten erst neu bestimmen und ihren Platz in der Integration Europas finden müssen.

Am Vorabend des Gedenktages hatten rund 25.000 Menschen mit einer Lichterkette quer durch Berlin ein Zeichen gegen Krieg, Rassismus und Rechtsradikalismus gesetzt. Indes erinnerte der Berliner Filmproduzent Artur Brauner mit einer Zeitungsanzeige an die Millionen von den Nazis deportierten und ermordeten Juden. (tso)

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