Berlin : 81-Jähriger ertrank im Groß Glienicker See

86-jährige Begleiterin war am Ufer eingeschlafen und bekam nichts mit – Leiche noch nicht gefunden

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Ein alter Mann ertrinkt im See, seine Bekannte sieht das Unglück nicht, weil sie am Ufer eingeschlafen ist. Der tragische Badeunfall von Samstagabend löste einen zweitägigen Einsatz der Retter aus – doch er blieb vergeblich. Taucher der Feuerwehr, die DLRG und Polizei brachen gestern gegen 16 Uhr die Suche ab. Am Abend überflog ein Hubschrauber ein zweites Mal den See, nachdem ein Anwohner berichtet hatte, er habe etwas im Wasser schwimmen sehen – die Leiche des 81Jährigen wurde wieder nicht im Groß Glienicker See gefunden.

Der Rentner aus Werder war mit dem Wagen seiner 86 Jahre alten Bekannten an den See nach Kladow gefahren. Am Sonnabend ging er gegen 19 Uhr wieder ins Wasser, seine Begleiterin blieb auf der Liegewiese an der Uferpromenade – und schlief dann dort ein. Als die Frau gegen 20 Uhr wieder erwachte, war ihr Bekannter verschwunden. Zunächst bat sie einen 34-Jährigen, die Badewiese abzusuchen, dieser alarmierte um 20.10 Uhr Polizei und Feuerwehr. Bis 22.30 Uhr suchten Taucher den See ab, Polizisten streiften durch das Ufer des Sees. Die Suche wurde am Sonntag wieder aufgenommen. Zum Einsatz kamen zwölf Taucher und 15 Rettungsschwimmer sowie ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera. Der 70 Hektar große See liegt zwischen dem Spandauer Ortsteil Kladow und dem brandenburgischen Groß Glienicke.

Der Polizei sind Fälle bekannt, in denen Ertrunkene selbst bei genauester Suche von Tauchern nicht gefunden wurden. Besonders schwierig ist die Suche in Baggerseen mit zerklüftetem Grund oder in Gewässern mit starken Algenwuchs.

Bei Worms in Rheinland-Pfalz wurde kürzlich erfolgreich eine Unterwasservideokamera eingesetzt, um einen Ertrunkenen zu orten. Diese von einem Boot aus geführte Spezialentwicklung fand die Leiche in einem Suchgebiet von 150 mal 200 Metern nach 19 Stunden, zuvor hatten Taucher und Leichenspürhunde vier Wochen vergeblich in dem Baggersee nach dem Toten gesucht, obwohl ein Zeuge die Unglücksstelle genau beschrieben hatte.

In Berlin ertrinken nach Angaben von DLRG-Einsatzleiter Frank Villmow etwa sechs Menschen pro Jahr in Badegewässern. 2003 habe die DLRG zwölf Menschen vor dem Ertrinken gerettet, in diesem Jahr gab es – wegen des miesen Wetters – erst einen Einsatz. In diesen Zahlen sind Unglücke in Gartenteichen oder Tümpeln nicht enthalten. So war – ebenfalls am Sonnabend im „Karpfenteich“ im Treptower Park ein 45-jähriger Obdachloser ertrunken. Passanten hatten einen Körper im Wasser treiben sehen und die Feuerwehr alarmiert. Das Opfer gehörte nach Polizeiangaben zur lokalen Trinkerszene und war alkoholisiert. Ha

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