Berlin : Abi 2001: "Der absolute, der nackte Albtraum"

tabu

Tita von Hardenberg ist Moderatorin des ARD-Magazins "Polylux" und Unternehmerin, 33 Jahre:

"Meine Abiturzeit war der absolute, der nackte Albtraum. Ich habe mein Abi 1987 an der Rudolf-Steiner-Schule (Waldorfschule!) in Dahlem gemacht. Das war damals wirklich hart, denn wir wurden in acht Fächern geprüft, und man konnte bis zum Schluss gnadenlos durchfallen. Wer also irgendwo eine Fünf geschrieben hatte, konnte das nicht durch die Noten vorher wettmachen, weil das System anders war.

Die Schuljahre davor waren locker, aber zum Schluss wurde es richtig brutal. Ein Jahr lang herrschte bei mir Ausnahmezustand. In Deutsch und Englisch war ich gut, aber Mathe war der absolute Horror. Das war ganz klar ein Glücksspiel, ob ich bestehe oder nicht. Und ich hatte Glück. Zwar hat die Freundin, die mir eigentlich helfen wollte, gar nichts gemacht, weil sie vertieft war in ihren Aufgaben.

Jedenfalls hat es letztendlich geklappt, aber mein Mathe-Lehrer war hinterher schon skeptisch, wieso ich plötzlich eine der Aufgaben perfekt, mit Rechenweg und allem, lösen konnte. Noch heute plagen mich ab und an Albträume, in denen ich das Abi nicht geschafft habe.

Als der ganze Stress vorbei war, habe ich mich ziemlich schnell abgeseilt und an keiner der Abi-Feten teilgenommen. Ich habe lieber einen dreimonatigen Südamerika-Trip gemacht. Meine Mitschüler wollte ich erstmal nicht mehr sehen. Die Prüfungszeit war das Schlimmste überhaupt. So eine schlimme Zeit hatte ich danach weder in meinem Politik- und Geschichtsstudium, noch bei meiner Unternehmensgründung.

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