Berlin : Abschiedsempfang: Preußisch-blaue Ehrung

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Seit Juni 2000 ist er nicht mehr da, doch aus Berlin nicht wegzudenken. Damit muss es zu tun haben, dass der verspätete Abschiedsempfang, den der Regierende Bürgermeister gestern für den früheren Protokollchef Leopold Bill von Bredow gab, eine so heitere Note hatte. Eberhard Diepgen stellte bei der Gelegenheit Bredows Nachfolger Christian Stocks vor, der seit Mitte September amtiert. "Der König ist tot, es lebe der König", meinte er nach seinen Komplimenten; man ist im Preußen-Jahr.

Bredow bedankte sich mit Einblicken in die Historie. Er ist von uraltem märkischen Adel, seine Frau eine geborene Schwarzenberg. Wer noch nicht wusste, woher das "Preußischblau" stammt, weiß es nun. Adam Graf Schwarzenberg war Erster Rat bei Kurfürst Georg Wilhelm und hielt sich eine eigene Truppe, die er in seine Wappen-Farben blau und weiß kleidete. Sie standen Modell für die preußischen Uniformen.

Der einstige Botschafter von Bredow steht mit seinen 68 Jahren nun im Dienst der Internationalität des neuen Berlin, die sich ganz langsam herausbildet. Er ist Berater der amerikanischen Leiterin des Aspen-Instituts, Catherine MacArdle Kelleher. Alte Weggefährten Bredows und neue Bekannte versammelten sich auch im Wappensaal des Roten Rathauses. Walter Jens kam, Werner Knopp, Heinz Berggruen, der tschechische Botschafter Frantisek Cerny und sein österreichischer Kollege Markus Lutterotti, Barbara Genscher, die Aspen-Chefin natürlich und Gary Smith von der American Academy. Galeristen und Lobbyisten waren da, Richard von Weizsäcker und die Stadtälteste Ella Barowsky. Vom Senat sah man nur Diepgens Staatssekretäre Volker Kähne, Diethard Rauskolb und Gerd Wartenberg. Der Senat muss seine neue Rolle im neuen Berlin noch lernen.

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