Absprachen für die Wahlen der zwölf Bürgermeister : Die neuen Chefs in den Bezirken

In den meisten Bezirken ist schon klar, wer Bürgermeister werden kann. Gewählt wird erst am 27. Oktober. Eine Übersicht.

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Stephan von Dassel (Bündnis 90/Die Grünen) wird in Mitte Christan Hanke von der SPD beerben.
Stephan von Dassel (Bündnis 90/Die Grünen) wird in Mitte Christan Hanke von der SPD beerben.Foto: Sophia Kembowski/dpa

Mitte: Stephan von Dassel (Grüne)

SPD, Grüne und Linke wollen Stephan von Dassel (Grüne), bisher Stadtrat für Soziales und Bürgerdienste, zum neuen Bürgermeister wählen. „Die Grünen sind stärkste Partei, da ist es für uns klar, dass der Bürgermeister auch aus dieser Partei kommt“, sagt Thilo Urchs, Fraktionsvorsitzender der Linken in der BVV.

Pankow: Sören Benn (Linke)

Linkspartei, Grüne und SPD verhandeln über eine Zählgemeinschaft. Spätestens am 24. Oktober soll das Ergebnis feststehen. Da die Linkspartei in der BVV die stärkste Fraktion stellt, ist ihr Bürgermeister-Kandidat Sören Benn für den Chefposten im Rathaus gesetzt.

Friedrichshain-Kreuzberg: Monika Herrmann (Grüne)

Dass Monika Herrmann es wieder ins Amt schafft, ist wohl unumstritten. SPD-Stadtrat Peter Beckers, der gegen sie angetreten war, zieht sich aus dem Bezirksamt zurück.

Steglitz-Zehlendorf: Cerstin Richter-Kotowski (CDU)

Die Grünen sprechen laut Maren Schellenberg „nach wie vor mit allen Beteiligten bis auf die AfD – wenn es wohl in Richtung CDU geht“. Dann gäbe es erneut eine Zählgemeinschaft mit der CDU und aller Voraussicht nach eine Wahl der Stadträtin für Bildung und Kultur, Cerstin Richter-Kotowski, zur neuen Bezirksbürgermeisterin.

Charlottenburg-Wilmersdorf: noch unklar

Ob Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) im Amt bleibt, ist unsicher. Die CDU will ein schwarz-grün-gelbes Bündnis schmieden – und würde einen grünen Bürgermeisterkandidaten mitwählen, wie die Fraktionschefinnen Susanne Klose (CDU) und Petra Vandrey (Grüne) bestätigen. Vandrey spricht von einem „interessanten Angebot“.

Franziska Giffey, Bezirksbürgermeisterin von Neukölln, wird wohl weiter im Amt bleiben.
Franziska Giffey, Bezirksbürgermeisterin von Neukölln, wird wohl weiter im Amt bleiben.Foto: Thilo Rückeis

Neukölln: Franziska Giffey (SPD)

Die SPD hat auch in Neukölln verloren, aber erreichte noch rund 30 Prozent, also ist Franziska Giffey als Bürgermeisterin nicht in Gefahr. Die SPD will mit den Grünen eine Zählgemeinschaft bilden. Die AfD darf einen Stadtrat stellen, die Grünen haben aber schon erklärt, dass sie den nicht mitwählen wollen.

Spandau: noch unklar

Nur gemeinsam kommen SPD und CDU auf eine solide Mehrheit in der Bezirksverordnetenversammlung. Doch eine erste Gesprächsrunde zwischen beiden Parteien blieb ergebnislos. Während die SPD mit Bürgermeister Helmut Kleebank stärkste Partei ist, hofft die CDU noch, ihren Kandidaten Gerhard Hanke etablieren zu können.

Tempelhof-Schöneberg: Angelika Schöttler (SPD)

SPD und Grüne wollen eine Zählgemeinschaft eingehen, die die bisherige Amtsinhaberin Angelika Schöttler (SPD) wieder zur Bürgermeisterin wählt. Die bisherige Baustadträtin, Sibyll Klotz (Grüne), zieht sich aus der Politik zurück. sik

Treptow-Köpenick: Oliver Igel (SPD)

Oliver Igel, der SPD-Bürgermeister, sitzt fest im Sattel. Trotz des AfD-Aufstiegs ist die SPD stärkste Kraft geblieben und will die nächsten fünf Jahre mit den Linken kooperieren. Der umstrittene CDU-Stadtrat Michael Vogel kann nicht weitermachen, weil die Fraktionen ihm das Vertrauen entzogen haben, er soll durch Maik Penn ersetzt werden.

Marzahn-Hellersdorf: Dagmar Pohle (Linke)

Nach fünf Jahren Abstinenz hat die Linke das Bürgermeisteramt von der SPD zurückerobert. Zur Wahl wird Dagmar Pohle antreten, die das Amt schon von 2006 bis 2011 innehatte. Wie es mit Stefan Komoß weitergeht, ist noch unklar. Der 2011 mit viel Elan gestartete SPD-Bürgermeister war vom Abschneiden seiner Partei schwer enttäuscht.

Reinickendorf: Frank Balzer (CDU)

Die neue „Bezirksregierung“ rüttelt sich zurecht, zumindest auf Seiten der CDU: Frank Balzer tritt wieder als Bezirksbürgermeister an und verantwortet weiter Finanzen, Liegenschaften und Personal. Für Bezirksstadtrat Martin Lambert ist kein Platz mehr im Unions-Trio. Dafür kommt neben Katrin Schultze-Berndt, die das Ressort wechselt, Tobias Dollase hinzu, Vorsitzender der Sportjugend Berlin – als neuer Stadtrat für Schule, Familie, Jugend und Sport. Katrin Schultze- Berndt ist künftig für die Bereiche Kultur und Bauen verantwortlich.

Lichtenberg: Evrim Sommer (Linke)

Die Linke hat die frauenpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Abgeordnetenhaus Evrim Sommer als Bezirksbürgermeister-Kandidatin aufgestellt. Die SPD, die mit Birgit Monteiro die aktuelle Bezirksbürgermeisterin stellt und wieder zweitstärkste Kraft geworden ist, wird wohl nach den eigenen Stimmenverlusten auf das Amt verzichten.

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