Adlershof : Krähen wollen Küken helfen und greifen Passanten an

Wütende Krähen haben am Montag in Adlershof Passanten angegriffen. Die Vögel wollten ein aus dem Nest gefallenes Küken gegen vermeintliche Angreifer verteidigen, teilt die Polizei mit.

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So sieht eine Nebelkrähe aus.
So sieht eine Nebelkrähe aus.Foto: Tony Brierton (Creative Commons-Lizenz, erstmals publiziert unter: http://www.flickr.com/photos/43858338@N05/4039251917)

Der Hausmeister einer Forschungseinrichtung des Wissenschaftsparks in der Volmerstraße hatte die Polizei gerufen, da mehrere Passanten vor dem Haus von anfliegenden Krähen attackiert worden waren. Auf der Wiese neben dem Gehweg saß der verstörte Jungvogel – die Fußgänger, die unwissentlich an dem Tier auf dem Rasenstück vorbeigingen, wurden von den Elterntieren aus der Luft angegriffen. Als der Hausmeister das Krähenküken aufheben wollten, sei auch er angegriffen und ins Ohr gehackt worden. Angerückte Beamte setzten den Vogel in eine Box und brachten ihn in ein nahe gelegenes Waldstück, teilte die Polizei mit.

Jedes Jahr im späten Frühjahr werden Angriffe von Corvus corone cornix – der Nebelkrähe – gemeldet, und zwar mitten in der Stadt. Experten schätzen, dass von den mehr als 5000 in Berlin brütenden Krähenpaaren allerdings nur rund ein Prozent auch Menschen attackiert. Krähen sind geschützte Tiere, anders als Tauben dürfen sie nicht gejagt werden. Das heißt auch, ihre Nester müssen selbst dann von den Behörden in Ruhe gelassen werden, wenn sie direkt neben häufig genutzten Wegen brüten. Vergangenes Jahr hatten Beschäftigte aus einem Bürohaus in Mitte ein Schild mit dem Hinweis „Achtung aggressive Krähen“ anbringen lassen.

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