• Ärger um verunreinigten Bauschutt: Tierpark geht juristisch gegen Ex-Chef Blaskiewitz vor

Ärger um verunreinigten Bauschutt : Tierpark geht juristisch gegen Ex-Chef Blaskiewitz vor

Zehntausende Tonnen verunreinigter Bauschutt wurden im Tierpark abgeladen. Der klagt jetzt gegen die Firma - und nimmt auch Ex-Tierparkchef Bernhard Blaszkiewitz in die Pflicht.

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Bernhard Blaszkiewitz, Ex-Zoo- und Tierparkchef, hat seinem Nachfolger Andreas Knieriem laut dessen Aussage einige Arbeit hinterlassen.
Bernhard Blaszkiewitz, Ex-Zoo- und Tierparkchef, hat seinem Nachfolger Andreas Knieriem laut dessen Aussage einige Arbeit...Foto: dpa

Berlin - Der Tierpark hat jetzt Klage gegen den Lieferanten der mit Giftstoffen verunreinigten Sandberge, die Charlottenburger Firma Suvaja, eingereicht. Laut Zoo- und Tierpark-Sprecherin Christiane Reiss wird jetzt ermittelt, weil das Unternehmen zwischen September und November 2013 rund 18 000 Kubikmeter (rund 32 400 Tonnen) Bodenmaterial in den Tierpark Friedrichsfelde liefern wollte, das angeblich unbedenklich verwendet werden könne – stattdessen aber weit mehr und hoch verunreinigten Bauschutt ablud.

2,4 Millionen Euro für die Entsorgung

Statt „der vertretbaren Verunreinigungsklasse Z1“ weise der Sand eine gesteigerte Verunreinigungsklasse Z2 auf, er ist etwa mit Blei, Quecksilber und Sulfaten verunreinigt und für Tiergehege ungeeignet. Die Entsorgung der 55 000 Kubikmeter (rund 99 000 Tonnen) würde den Tierpark einem Gutachten zufolge 2,4 Millionen Euro kosten. Geld, das der defizitäre Tierpark nicht hat. Die Beseitigung des Sandes will der Tierpark von der Lieferantenfirma zivilgerichtlich einfordern. Eine Klage ist im November beim Landgericht eingereicht worden.

Blaszkiewitz juristisch angegangen

„Anstatt den Tierpark aufzubauen und neue Landschaften für Tiere und Besucher zu bauen, muss ich mich um verunreinigten Sand kümmern. Das kostet viel Zeit und Energie, die ich lieber konstruktiv für die Modernisierung des Tierparks verwenden möchte“, sagt Tierparkdirektor Andreas Knieriem. „Nun hoffe ich, dass die Verursacher und nicht der Tierpark zur Rechenschaft gezogen wird.“ Den Vertrag mit Knieriems Vorgänger Bernhard Blaszkiewitz hatte der Tierpark nicht verlängert. Um einer möglichen Verjährung vorzubeugen, hat der Tierpark Blaszkiewitz zudem zivilrechtlich „den Streit verkündet“, ein juristischer Schritt vor einer möglichen Klage.

Erstmals Freiheit für Kaninchen

Zoologisch freuen sich Tierpark und Gäste über das neue begehbare „Hoppelland“, ein 450 Quadratmeter großes Gelände mit „Hobbit-Kulisse“, auf dem 14 Hauskaninchen laut Tierpark „erstmals wahre Natur“ statt kleiner Kaninchenställe erleben können.

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