Berlin : Ärzte wurden von Detektiven beschattet Neue Details im Skandal um DRK-Kliniken

Gegen einen der beiden unter Betrugsverdacht stehenden Geschäftsführer der Berliner DRK-Kliniken (der Tagesspiegel berichtete) wird auch wegen Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz ermittelt. Das bestätigte jetzt die Staatsanwaltschaft. Der Geschäftsführer, dabei handelt es sich nach Tagesspiegel-Informationen um Thomas K., soll ein Detektivbüro mit der Beschattung ehemaliger ärztlicher Mitarbeiter beauftragt haben. Dabei wurden auch Peilsender eingesetzt.

Im vergangenen August hatten Kinder unter dem geparkten Auto eines Mitarbeiters einen fremdartigen Gegenstand entdeckt. Die hinzugerufene Polizei hielt das Objekt für eine Bombe und ging zur gezielten Sprengung über. Die Überreste ließen sich als Teile eines GPS-Peilsenders zuordnen. Wenig später wurde unter dem Wagen einer ehemaligen Kollegin des Mitarbeiters ein weiterer Sender entdeckt.

Die beiden ehemaligen DRK-Mitarbeiter hatten offenbar gedroht, wegen der Abrechnungspraxis in der Radiologie Anzeige zu erstatten. Daraufhin wurden die beiden ihrerseits „von der Geschäftsführung angezeigt“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Die neuen Vorwürfe zeugten von einer „kriminellen Energie“ hinter dem mutmaßlichen Abrechnungsbetrug, der zurzeit von der Staatsanwaltschaft untersucht wird. Dabei sollen Assistenzärzte Untersuchungen vorgenommen haben, für die nur Fachärzte qualifiziert sind.

Geschäftsführer Thomas K. genießt zur Zeit Haftverschonung, obwohl die Staatsanwaltschaft auch wegen der neuen Vorwürfe von einer Verdunkelungsgefahr ausgeht. Von seiner Tätigkeit als Geschäftsführer wurde er auf eigenen Wunsch freigestellt. „Uns ist von diesen neuen Vorwürfen nichts bekannt“, sagte eine Sprecherin der DRK-Kliniken. loy

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