Berlin : Afrikanische Visionen

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Es gibt immer noch Ereignisse, die von Bonn nach Berlin ziehen. So wurde nun zum ersten Mal der Afrikatag hier begangen, ein farbenprächtiges Fest, mit dem die Botschaften von 22 afrikanischen Ländern am Vorabend des 25. Mai den 39sten Jahrestag der Gründung der Organisation für Afrikanische Einheit begingen.

Die landestypischen Spezialitäten aus Ländern wie Lesotho, Sudan und Madagaskar, liebevoll aufgebaut in den Räumen der Commerzbank, köchelten noch eine Weile auf Sparflamme dahin. Ausführlich widmete sich der Doyen der Gruppe, Jean Melaga, Botschafter der Republik Kamerun, der Rolle der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD), die, noch kaum ein Jahr alt, bereits gute Aufnahme bei der Völkergemeinschaft gefunden habe und dazu beitrage, dass der bisher vorherrschende Afro-Pessimismus einem Afro-Optimismus weiche. Außenminister Joschka Fischer lobte, dass die NEPAD von einer neuen Generation von visionären und reformorientierten afrikanischen Politikern vorangetrieben werde. Auch auf die düsteren Seiten ging er ein, auf Konflikte und auf Krankheiten wie Aids, Malaria und Tuberkulose. Im nächsten Jahr wünschen sich die Afrikaner noch einen größeren Raum, denn diesmal gerieten nicht nur US-Botschafter Dan Coats und der apostolische Nuntius Giovanni Lajolo ein wenig ins Schwitzen. Die Frauen der Botschaften trugen ihre leuchtenden Gewänder majestätisch wie die Namibierin Jacqueline Wilson Asheeke; die bei der Bank für Botschaften zuständige Ilka Hartmann präsentierte ihre einjährige Tochter Paula einem entzückungsfähigen Publikum. Die Hochzeit langer Reden scheint sich indes auch in Afrika ihrem Ende zuzuneigen, dafür sprach der Geräuschpegel. Als dann endlich doch die Deckel von Ziegenfleischsauce und Chicken Curry gelüftet wurden, schwoll er um etliche Fröhlichkeitsnuancen weiter an. Bi

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