Aktionstag in Treptow-Köpenick : Pflastersteine für die BMX-Rennstrecke

Im Staub uralter Akten hielten Helfer den Atem an, Kinder kämpften gegen giftige Goldruten. Viel zu tun in Treptow-Köpenick

Pascale Müller, Jana Scholz
Schwerstarbeit mussten die Helferinnen und Helfer bei der Supercross-Strecke in Oberschöneweide leisten. Mit Steinen befestigten sie die Kanten der Piste neu.
Schwerstarbeit mussten die Helferinnen und Helfer bei der Supercross-Strecke in Oberschöneweide leisten. Mit Steinen befestigten...Foto: Pascale Müller

Feinschliff für die Supercross-Piste

Im Mellowpark in Oberschöneweide flitzen die Kinder eines BMX-Kindergartens über die Supercross-Strecke. Zwischen den Hügeln, über die die Räder so schön fliegen, werden Unkraut gerupft und Steine geschleppt. Die Kanten der Rennstrecke müssen neu befestigt werden.

„Etwa zwanzig Freiwillige sind rund um die Piste schon am werkeln, dabei hat der Tag erst angefangen“, sagt Alexander Eschment, Vorsitzender des  Fördervereins. „Am Nachmittag wird es sicher richtig voll.“

Die Idee des Mellowpark beruht auf Ehrenamt, vor zwanzig Jahren ging das Projekt aus einem Jugendverein hervor.

Seit 2012 gibt es die 450 Meter lange Supercross-Strecke, auf der auch das BMX-Nationalteam trainiert. Und nach den kleinen Schönheitskorrekturen rollt es sich darauf noch viel besser.

„Krauten, Scheiden, Hämmern“ im Industriesalon Schöneweide

Vergeblich haben Frank Schelle und Ralf Kuwal vom Industriesalon Schöneweide am Samstag auf Freiwillige gewartet. Dabei gibt es so viel zu tun: Bäume beschneiden, Unkraut jäten, der Wildnis hinter der Ausstellungshalle Herr werden.

Kuwal ist ehrenamtlicher Vorsitzender, Schelle ehrenamtlicher Mitarbeiter und betreibt auch ein „Repair Café“ im Haus. Da sonst niemand kommt, müssen die beiden sich der Arbeit alleine stellen.

Krauten, Schneiden, Hämmern stand im Industriesalon Schöneweide auf der Tagesordnung des Samstags.
Krauten, Schneiden, Hämmern stand im Industriesalon Schöneweide auf der Tagesordnung des Samstags.Foto: Pascale Müller

Zuerst wird den wuchernden Bäumen der Garaus ausgemacht. Gestern war zumindest ein Freiwilliger da: der Bürgermeister. Mit angepackt hat der auch, eine historische Kabeltrommel musste repariert werden.

„Er hat sich richtig ins Zeug gelegt. Ich glaube, es hat ihm richtig Spaß gemacht“ sagt Schelle.

Ein neuer Haarschnitt für den Salbei

Der Interkulturelle Garten Berlin duftet, brummt und leuchtet auf den letzten Metern des Sommers noch einmal in all seinen Farben. Zwischen den Beeten bauen vier freiwillige Helfer eine Schautafel für den Garteneingang auf oder an einer Holzschaukel weiter, die von der Berliner Sparkasse gespendet wurde.

Ist denn wirklich schon Herbst? Im Interkulturellen Garten in Köpenick mag man das kaum glauben.
Ist denn wirklich schon Herbst? Im Interkulturellen Garten in Köpenick mag man das kaum glauben.Foto: Pascale Müller

Eine weitere Freiwillige hat sich der Kräuterschnecke angenommen, auf der der Salbei dringend einen Haarschnitt braucht. Fünfzehn Nationen arbeiten hier im Garten mit, Gärtner aus Frankreich, Schottland, Bosnien, Spanien, Ägypten und vielen anderen Ländern.

Sauber: Berlin packt gemeinsam an
Im Monbijourpark räumte der Berlin International Women’s Club auf.Weitere Bilder anzeigen
1 von 246Foto: Kai-Uwe Heinrich
30.09.2015 20:26Berlin macht sein Ding: "Saubere Sache - Gemeinsame Sache" hießen die beiden Aktionstage am 18. und 19. September, bei denen sich...

Daniel Rösner ist einer von ihnen, gemeinsam mit seiner Tochter, die in einer Schubkarre sitzt, fährt er durch den Garten und erntet rote Beete. Denn nach dem vielen Wühlen in der Erde, gibt es für alle noch ein Mittagessen. Natürlich mit frischem Gemüse aus Eigenanbau.

Für eine grüne Zukunft in Grünau

Nach einem deftigen Frühstück haben Freiwillige von „Zukunft in Grünau“, die Pflege des Sportdenkmals an der Regattastrecke in Angriff genommen. Hecken mussten getrimmt, Laub geharkt und natürlich das Denkmalschild auf Hochglanz gebracht werden.

Nach einem deftigen Frühstück nahmen Freiwillige von "Zukunft in Grünau" am Sonnabend die Pflege des Sportdenkmals an der Regattastrecke in Angriff.
Nach einem deftigen Frühstück nahmen Freiwillige von "Zukunft in Grünau" am Sonnabend die Pflege des Sportdenkmals an der...Foto: Pascale Müller

25 Ehrenamtliche waren dafür auf den Beinen, von jung bis alt. „Wir haben eine Patenschaft für das Gelände und möchten diesen historischen Platz würdigen“, sagt Gerhard Bechtold, Vereinsvorsitzender von „Zukunft in Grünau“. Bei der Aktion hat auch eine Gruppe junger Asylbewerber teilgenommen. „Wir haben sie schon zum Frühstück  eingeladen und hoffen, dass sie Spaß dabei hatten“, sagt Bechtold.

Nichts mehr im Schlesischen Busch

„Wie viel schöner wäre es, wenn jeder mehr Müll mitnimmt, als er mitgebracht hat“, sagt Jacob Zellmer (Bündnis 90/Die Grünen). Die Bezirksgruppe Treptow-Köpenick hat sich am Freiwilligentag die Parkanlage „Schlesischer Busch“ vorgenommen.

Die großen und die kleinen Grünen räumten in der Parkanlage Schlesischer Krug auf.
Die großen und die kleinen Grünen räumten in der Parkanlage Schlesischer Krug auf.Foto: Jana Scholz

Der Park ist ein allseits beliebter Treffpunkt: Den ganzen Sommer über wird hier – unerlaubterweise – gegrillt, und ein Mal im Jahr feiern Tanzwütige im Park das „Berlin Festival“. Auch die Bezirksgruppe der Grünen feiert im Schlesischen Busch ihr jährliches Sommerfest mit einem großen Picknick.

Damit der grüne Fleck nahe der Spree weiterhin so anziehend bleibt, sammeln die Grünen im Park Plastik, Glas und Papier ein. Ganz nach dem Motto: Wer feiert, muss auch aufräumen.

In Rahnsdorf gibt's zum Dank Kuchen, Leberwurst und Ingwertee

Streichen, Handwerkern, gärtnern: Am Aktionstag gab es eine Menge zu tun im großen Freizeit-Haus des Kiezklub Rahnsdorf. „Es war mehr Aufwand, als wir gedacht haben“, sagt Heike Juse vom Kiezklub. „Aber wir haben es geschafft Flure und Decken in allen drei Etagen zu streichen.“

Hört das denn nie auf? Auf gleich drei Etagen strichen die Freiwilligen im Kiezklub Rahnsdorf Wände und Decken.
Hört das denn nie auf? Auf gleich drei Etagen strichen die Freiwilligen im Kiezklub Rahnsdorf Wände und Decken.Foto: Promo

Dazu wurde noch im Garten gearbeitet und im Haus aufgeräumt. Obwohl die meisten Kiezklub-Besucher über  fünfzig sind, waren am Aktionstag besonders viele junge Helfer dabei, die meisten davon Kinder der Klubber. „Das generationsübergreifene Arbeiten hat mich besonders gefreut“, sagt Juse. Mehr als zwanzig Helfer waren es insgesamt, die am Ende noch mit Pflaumenkuchen, Leberwurstbrötchen und Ingwertee aus der Klubküche belohnt wurden.

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