Berlin : AKTIVE TAGEBAUE

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Das Lausitzer Braunkohlerevier liegt im Südosten Brandenburgs und Nordosten Sachsens. Gefördert werden hier jährlich rund 62 Millionen Tonnen Braunkohle. Zu DDR-Zeiten waren es noch rund 195 Millionen Tonnen. Zu den fünf gegenwärtig aktiven Braunkohleabbaugebiete zählen die Tagebaue Nochten und Reichwalde in Sachsen – in letzterem begann die Förderung erst 2010. In Brandenburg sind es die Tagebaue Welzow-Süd (Kreis Spree-Neiße, 20 Millionen Tonnen pro Jahr), Jänschwalde und Cottbus-Nord, die der schwedische Staatskonzern Vattenfall betreibt. Mit der in Lausitzer Tagebauen geförderten Kohle werden in der Region neben den großen Kraftwerken Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg auch die Heizkraftwerke Chemnitz und Berlin-Klingenberg versorgt, das den Ostteil der Stadt mit Fernwärme versorgt. Der Tagebau in Cottbus-Nord wird wahrscheinlich gegen 2015 ausgekohlt sein. Aus dem Restloch soll dann später einmal die Cottbuser „Ostsee“ werden, bis zum Jahr 2030. Damit Vattenfall genug Kohle für seinen Kraftwerksstandort Jänschwalde bekommt, dessen Emissionen des klimaschädlichen Kohlendioxids derzeit zu den höchsten in Europa zählen, soll im Tagebau Jänschwalde-Nord mehr Kohle gefördert werden. Dafür müssten die Dörfer Atterwasch, Kerkwitz und Grabko „devastiert“, also abgebaggert werden. Außerdem läuft zur Zeit das Planungsverfahren mit Anhörungen, um den Vattenfall-Tagebau in Welzow zu erweitern (Projekt Welzow II). Dieser Tagebau soll ab 2027 in Betrieb gehen. Die Braunkohleindustrie reicht in der Region bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die Lagerstätten der Lausitz enthalten Braunkohlevorräte von mehr als zwölf Milliarden Tonnen, von denen 30 Prozent unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten als förderbar gelten. thm

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