Alarm im Radio in Berlin : BVG warnt Schwarzfahrer vor Kontrollen

Die BVG testet einen neuen Service - ausgerechnet für Schwarzfahrer. Sie werden übers Radio vor Ticketkontrollen gewarnt. Was merkwürdig klingt, hat für die Verkehrsbetriebe durchaus Sinn.

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Klare Ansage. Viele halten sich in der BVG nur nicht daran.
Klare Ansage. Viele halten sich in der BVG nur nicht daran.Foto:Imago

Über Warnungen im Internet vor Fahrscheinkontrollen war die BVG bisher nicht besonders amüsiert. Jetzt gibt sie selbst Hinweise darüber. Von Montag an wird „radio Berlin 88,8“ halbstündlich von 6.30  Uhr bis 17.30 Uhr mitteilen, auf welchen Linien Kontrolleure nach dem Fahrschein fragen. Damit wolle man erreichen, dass potenzielle Schwarzfahrer doch ein Ticket kaufen oder auf die Fahrt verzichten, begründete BVG-Sprecherin Petra Reetz das Verfahren.

Die BVG bezeichnet es sogar als „neuen Service.“ Vergessliche sollen so erinnert werden, ihren vorhandenen Fahrschein, etwa nach einem Jacken- oder Taschenwechsel, auch mitzunehmen. Und ehrliche Fahrgäste würden merken, dass die BVG sich das Schwarzfahren nicht einfach gefallen lasse.

Zwischen drei und fünf Prozent der Nutzer fahren nach Angaben von Reetz ohne Fahrschein. Rund 20 Millionen Euro gingen der BVG dadurch jährlich verloren. Auch deshalb hat das Unternehmen in den vergangenen Monaten sein Kontrollpersonal verstärkt. Ob die Ansagen im Radio dazu führen, dass der Anteil geringer wird, lasse sich erst nach etwa einem Jahr feststellen, sagte Reetz. Zumindest so lang soll es die Hinweise geben. Die BVG hätte, wie Reetz sagte, gern auch mit anderen Sendern des rbb zusammengearbeitet, doch diese hätten kein Interesse gehabt oder wollten sich den Service bezahlen lassen.

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20.02.2015 11:17Fast 11.000 Mitarbeiter hat die BVG. Sie fahren uns ins Büro, nach Hause, zur Schule und oft auch zur Party. Wird mal Zeit, Danke...

Verraten wird aber auch im Radio nicht alles. „Wir nennen nur einen Teil der Kontrollen“, sagte Reetz. Verlassen, dass auf anderen Linien dann keine stattfinden, könne sich ein Schwarzfahrer nicht. Und auch die Uhrzeit soll nicht mitgeteilt werden.