Berlin : Allergien werden oft falsch behandelt Neue Studie zur Volkskrankheit

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Allergien sind zur Volkskrankheit geworden. Bundesweit leiden rund 20 Millionen Menschen an tränenden Augen und verstopften Nasen und Juckreiz, wenn sie etwa mit Blütenpollen, Tierhaaren oder Hausstaub in Berührung kommen – in Berlin sind es etwa 850000. Viele werden falsch oder zu spät entsprechend behandelt, sagt HansDieter Nolting vom Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (Iges). Das ist das Ergebnis einer deutschlandweiten Studie zur Versorgung von Allergikern im Auftrag eines Pharmaunternehmen.

Für die Untersuchung wurden unter anderem rund 6800 Allergiker befragt, die erstmals mit einer „Hyposensibilisierung“ behandelt wurden. Dabei wird den Patienten über mehrere Jahre hinweg der Stoff injiziert, auf den sie reagieren – mit dem Ziel, das sonst überreagierende Immunsystem quasi auf „stumm“ zu schalten. Oft behandeln Mediziner die Symptome einer Allergie mit Medikamenten, ohne ihre Patienten auf die Möglichkeit der Hyposensibilisierung hinzuweisen. Dabei berichten drei Viertel der Patienten in der Studie, dass ihnen die Hyposensibilisierung sehr geholfen habe. Allerdings halten Experten diese Therapie erst dann für notwendig, wenn die Symptome einer Allergie nicht mehr durch Medikamente gelindert werden können, oder wenn die Gefahr droht, dass sich die Allergie stark verschlimmert, sprich: Asthma zu den Beschwerden hinzukommt.

Die lange Behandlung belastet jedoch die Ärzte-Budgets. Trotzdem empfiehlt die Kassenärztliche Vereinigung diese Therapie: Eine Hyposensibilisierung koste 1500 Euro, die medikamentöse Behandlung eines Asthmas hingegen bis zu 6000 Euro im Jahr.I.B.

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