Altes Museum in Berlin-Mitte : Selbstoptimierer gab es schon in der Antike

Geld, Schmuck, Sport – das Alte Museum auf der Museumsinsel ist nicht nur für Erwachsene ein Erlebnis. Eine 14-Jährige erzählt, warum antike Vasen auch für Jugendliche spannend sind.

Mira Mertens
Das Alte Museum und der Lustgarten.
Das Alte Museum und der Lustgarten.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

„ ‚Gut und schön‘ sollte der Mann sein, gleichermaßen um Vollkommenheit des Körpers bemüht wie auf geistig-sittliche Bildung bedacht.“ So heißt es in dem Text an einer Wand im Alten Museum, der sich mit der Athletik und dem Ideal des schönen Körpers im antiken Griechenland befasst. Auch in die heutige Zeit, in die Zeit der Selbstoptimierung und der Schrittzähler, passt dieses Zitat hinein.

Schon im antiken Griechenland waren die Menschen sehr auf ihr Äußerliches bedacht. Ihre körperliche Leistungsfähigkeit stellten sie bei der Jagd und bei sportlichen Wettkämpfen unter Beweis. Die größten bekannten Wettstreite zu Ehren der Götter fanden in Olympia für Zeus und in Delphi für Apollon statt. Im Museum sind solche sportlichen Ereignisse und die Vorbereitungen darauf auf Vasen, Schalen und jeder Menge anderer Gebrauchsgegenstände aus der griechischen Epoche zu finden. Auch Statuen von Athleten sowohl aus der griechischen, als auch aus der etruskischen und römischen Zeit kann man sich in der Dauerausstellung anschauen und dabei Parallelen zum Alltag in der Gegenwart entdecken.

Geprägt in Gold

Wer sich nicht so für Sport interessiert, sondern eher für Geld und wertvollen Schmuck ist hier ebenfalls gut aufgehoben. In einem Nebenraum in der ersten Etage ist die Geschichte der Münzprägung von Beginn an über die klassische Zeit bis in der römischen Kaiserzeit dargestellt. Interessant zu sehen ist, dass Geld offenbar schon immer eine Möglichkeit für die Herrscher bot, sich selbst darzustellen und ihre Macht zu demonstrieren. Außerdem war es, wie man an den Münzen sehen kann, schon immer üblich, dass jede Stadt und jedes Gebiet seine Münzen mit eigenen Abbildungen schmückte. Beeindruckt hat mich der filigrane Gold- und Silberschmuck, der so fein und aufwändig in heutiger Zeit kaum noch zu finden ist. Er lässt darauf schließen, dass Frauen sich damals schon Gedanken um ihr Auftreten in der Öffentlichkeit machten und sich gerne mit aufwendigem, teurem Schmuck von ärmeren Schichten abhoben.

Die Skulpturen, der Schmuck und die Töpferarbeiten der griechischen Epoche mit Darstellungen von Szenen aus dem Alltag, Göttern und Helden sowie Trinkgelagen der Adeligen zeugen von erstklassiger Handwerkskunst, Talent und viel Geduld. Dass die Ausstellungsstücke viele hundert, gar tausend Jahre alt sind, ist bei ihrer Qualität und Schönheit, die auch heute noch erhalten sind, kaum vorstellbar.

Es ist extrem interessant anhand der Exponate zu erfahren, dass sich die Menschen vor 2000 bis 3000 Jahren in ihrer Gesellschaft kaum von uns unterschieden. Sie trieben Sport, machten Musik, lasen und tranken genauso gern Alkohol. Vieles von dem, was wir wissen, haben Menschen in der Antike herausgefunden oder entwickelt. Sie haben die Grundlagen unserer heutigen Gesellschaft geschaffen, deren Zeugnisse in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt sind. Genauso wie in einigen hundert Jahren vielleicht unsere Hinterlassenschaften in neuen Museen zu sehen sind.

Die Antiken Welten der Griechen, Etrusker und Römer sind bis auf Weiteres im Alten Museum auf der Museumsinsel zu sehen (geöffnet Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr). An der Museumskasse gibt es außerdem ein Herakles-Heft, das in sieben Stationen durch die Antikensammlung führt. Um an der Götterolympiade oder den antiken Theater teilnehmen zu können, muss man allerdings mindestens zu zweit sein.

Der Eintritt ist für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre – wie in den anderen Staatlichen Museen auch – frei.

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