Berlin : Am Brandenburger Tor fallen die Hüllen Ein Torhaus schon fast entblättert.

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Spaßvögel hatten schon geulkt, das Brandenburger Tor sei heimlich längst hinter den abwechslungsreichen Planen abgetragen worden. Nach fast zweijähriger Schönheitskur sind am Montag am Brandenburger Tor nun aber die ersten Hüllen gefallen, und dahinter kommt der erste neue Glanz des alten Bauwerks zum Vorschein. Das von Osten gesehen rechte Torhäuschen ist nun zum Teil entblättert, die privaten Sanierer der Stiftung Denkmalschutz Berlin, die das Bauwerk mit Geldern der Telekom weitgehend hergerichtet haben, können damit bei Tageslicht begutachten, was sie bislang im Dämmerlicht der Planen restaurierten.

Und auch die Fußgänger können ungehindert das Häuschen passieren. Über das Ergebnis der Arbeiten sei man zufrieden, sagte Stiftungssprecherin Marion Uhrig. In den nächsten Tagen soll das Torhaus ganz enthüllt werden, in vier Wochen wird voraussichtlich das linke Gegenüber von den Planen befreit, wie überhaupt langsam der Abbau der Gerüstkonstruktion beginnt. Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober wird das Brandenburger Tor selbst enthüllt werden, wobei Einzelheiten des symbolischen Aktes noch unklar sind. Rund 4,2 Millionen Euro wurden für die Reinigungs- und Sanierungsarbeiten des Wahrzeichens mit seinen 56 kleinen und zwölf großen Säulen veranschlagt. Die Schäden waren nach Auskunft der Stiftung, die sich mehrmals auch wegen der Dauer der Arbeiten öffentlicher Kritik stellen musste, stärker als zunächst angenommen,

Vor allem die, von Osten gesehen, dritte Säule von rechts galt wegen schlecht reparierter Kriegsschäden als besondes marode und statisch gefährdet, hier musste vor rund zwei Monaten mit einer aufwändigen Aktion ein neuer Säulenteil eingesetzt werden. Wie neu solle das über 200 Jahre alte Tor nicht aussehen, betonte die Stiftung. „Dann wäre das Tor plötzlich allen fremd.“ C. v. L.

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