Berlin : Am Marlene-Dietrich- Platz übt man sich in Optimismus

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Beim "Glöckner von Notre Dame" in Berlin war am Montag "Tag der offenen Tür". Die Mitarbeiter des in finanzielle Bedrängnis geratenen Stella-Konzerns, der seit dem Sommer in Berlin das Disney-Musical präsentiert, luden unter dem Motto "Wir tanzen, wir singen, wir kämpfen" die Besucher zu einem Blick hinter die Kulissen des Musicaltheaters am Marlene-Dietrich- Platz ein. Der "Glöckner" erwartet Mitte Dezember seinen 300 000. Besucher seit der Weltpremiere am 5. Juni 1999.

Die Schauspieler machten in Optimismus: "Ich bin lange genug im Geschäft, um sagen zu können, dass hier eine der erfolgreichsten Aufführungen der Welt über die Bühne geht", sagte der Schauspieler Tamas Ferkay aus Österreich, der den Wasserspeier Antoine an der Seite von Quasimodo spielt. "Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos", heißt es in einer Pressemitteilung des Unterhaltungskonzerns. Nach anfänglicher Verunsicherung seien jetzt so gut wie alle Mitarbeiter davon überzeugt, dass dies nicht das Ende ist, sondern eine neue Chance bedeute. In Hamburg und Berlin seien nach den Vorstellungen der letzten Tage sämtliche Mitarbeiter zu den Sängern und Tänzern auf die Bühne gekommen, um die Solidarität aller Mitarbeiter auszudrücken. Bis Februar, wenn die Filmfestspiele das Theater als Premierenkino nutzen, gehen die Aufführungen weiter. Danach soll die Sanierung des Stella-Konzerns gesichert sein.

Am Wochenende hatte der Filmregisseur Roman Polanski seinen Plan bekräftigt, seinen Hollywoodfilm "Tanz der Vampire" im Frühjahr als Stella-Musical in Stuttgart auf die Bühne zu bringen. Polanski selber war zur Nachmittagsvorstellung des "Glöckners" ins Theater am Marlene-Dietrich-Platz gekommen. Die Musical-Adaption des Vampir-Films läuft unter Polanskis Regie seit zwei Jahren in Wien. Die neue Inszenierung soll das Stück "Miss Saigon" ersetzten, dass Stella in Stuttgart absetzen ließ.

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