Berlin : Am Ostkreuz geht’s los

Arbeiten für Umbau beginnen mit Fällungen Start für 350-Millionen-Euro-Projekt in diesem Jahr

Klaus Kurpjuweit

Was viele schon nicht mehr geglaubt haben, soll nun doch kommen: der Umbau des S-Bahnhofs Ostkreuz, der einem Neubau entsprechen wird. Innerhalb des ersten Halbjahres will das Eisenbahnbundesamt den Planfeststellungsbeschluss vorlegen. Die seit Jahren immer wieder verschobenen Arbeiten könnten – nach der europaweiten Ausschreibung – dann in diesem Jahr mit dem Abriss der alten und dem Bau der neuen Kynaststraßenbrücke beginnen. Für das 350-Millionen-Euro- Projekt ist eine Bauzeit von rund zehn Jahren veranschlagt.

Bereits in der nächsten Woche werden auf dem Gelände Bäume gefällt und Sträucher entfernt, kündigte ein Bahnsprecher gestern an. Im März sollen dann die Lauben und Gärten rund um den Wasserturm abgerissen werden. Dieser bleibt als Denkmal erhalten.

Die neue Station wird der alten ähneln, obwohl so gut wie kein Stein auf dem anderen bleibt. Fast alle verwertbaren Teile sollen wieder eingebaut werden. Auch die Fußgängerbrücke mit Zugang zu den Gleisen wird erst abgebaut und dann wieder errichtet und komplett mit einem Dach versehen. Unter der Brücke wird ein Teil des geplanten Autobahntunnels für den Abschnitt des Stadtrings vom Dreieck Neukölln zum Treptower Park betoniert.

Den Wiederaufbau der Fußgängerbrücke haben die Denkmalschützer durchgesetzt. Als Zugang zu den Bahnsteigen ist sie in Zukunft nicht mehr erforderlich, weil die Eingänge für die Bahnsteige unter der Ringbahnhalle liegen werden. Nur dort gibt es auch Aufzüge und Fahrtreppen.

Verschwinden wird dagegen das südliche Empfangsgebäude an der Hauptstraße. Die Bahn wollte es erhalten, doch dem Senat sei ein größerer Vorplatz lieber gewesen, heißt es bei der Bahn.

Das Ostkreuz ist völlig marode und betrieblich unübersichtlich. Unkundige Fahrgäste wissen oft nicht, von welchem Bahnsteig ihre S-Bahn abfährt. Nach dem Umbau soll alles viel einfacher sein. Auf der unteren Ebene fahren die Züge von einem Bahnsteig Richtung Zentrum und vom anderen gen Lichtenberg und Erkner. Zusätzlich entsteht ein Bahnsteig für den Regionalverkehr. Auch auf der Ringbahn ist ein Bahnsteig für Regionalzüge vorgesehen. Die geplante Halle soll es vorläufig aber nicht geben.

Am Regionalbahnsteig werden in der Bauphase auch die Züge der S-Bahn halten. Den Plan, die S-Bahn in einer Richtung über die vorhandenen Verbindungskurven zum Bahnhof Warschauer Straße und von dort wieder zurückzuschicken, hat man aufgegeben.

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