Berlin : An der Grenze wird weniger gestohlen Frankfurt (Oder) bleibt Hauptstadt des Autoklaus

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Potsdam - Nirgendwo in Brandenburg werden so oft Autos, Traktoren und Baumaschinen geklaut wie in den Grenzregionen zu Polen. Doch im Jahr 2012 ist es erstmals gelungen, den seit Abschaffung der EU-Grenzkontrollen 2007 steten Anstieg der Diebstahlsdelikte zu stoppen, teilte Innenminister Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch in Potsdam mit. „Es ist eine Trendwende, mehr nicht“, sagte Woidke, der ausdrücklich „keine Entwarnung“ geben wollte. Es bleibe daher bei der Soko „Grenze“ mit rund 100 Beamten und beim Schwerpunkt-Einsatz von drei der vier Einsatz-Hundertschaften des Landes Brandenburg in diesem Gebiet, und zwar „unbefristet“, sagte Woidke. In den Grenzregionen wurden 2012 9100 Diebstähle registriert, womit erstmals das Niveau vor Wegfall der Grenzkontrollen erreicht wurde. Vor einem Jahr gab es noch 11 300 Delikte.

Wurden 2011 dort 669 Autos gestohlen, waren es 2012 noch 546, am häufigsten „Fahrzeuge der Volkswagen- Gruppe“. Die Aufklärungsquote, seit 2007 immer schlechter geworden mit zuletzt 48,2 Prozent, konnte immerhin auf 53,4 Prozent erhöht werden. Die Kfz-, Baumaschinen- und Traktoren-Dienstähle werden laut Polizei meist von organisierten Banden aus Osteuropa ausgeführt, etwa aus Polen oder Litauen. Ein besonderes Problem bleibt die Stadt Frankfurt (Oder), Deutschlands Hauptstadt des Autoklaus. Den Vorwurf der Gewerkschaft der Polizei, man verdränge die Kriminalität aus den Grenzregionen anderswohin, etwa nach Berlin, wies Woidke zurück. Er machte aber keinen Hehl daraus, dass die Konzentration von Kräften im Grenzraum nicht unproblematisch sei. Mit der Kriminalitätsbilanz 2012 für ganz Brandenburg kommende Woche wird Woidke etwa einen massiven Anstieg von Einbrüche in Wohnungen und Häuser im Berliner Umland verkünden. Woidke weiß: „Wir haben da ein großes Problem.“ Thorsten Metzner

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