• Andreas Knieriem stellt neue Pläne vor: Zoo und Tierpark sollen zu Erlebniswelten werden

Andreas Knieriem stellt neue Pläne vor : Zoo und Tierpark sollen zu Erlebniswelten werden

In Riesenvolieren mit Dschungelbrücken spazieren und in Kabinen ganz dicht an die Tiere heran: Im Tierpark und im Zoo sollen Besucher bedrohte Arten unmittelbarer erleben können. Direktor Knieriem stellte jetzt Modernisierungspläne vor.

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Die Tiger im Tierpark haben nur wenig Auslauf. Für Zoo- und Tierparkchef Andreas Knieriem ist dies nicht mehr zeitgemäß und für den Besucher abstoßend. Foto: Thilo Rückeis
Die Tiger im Tierpark haben nur wenig Auslauf. Für Zoo- und Tierparkchef Andreas Knieriem ist dies nicht mehr zeitgemäß und für...Foto: Thilo Rückeis

In Zukunft werden Besucher des Tierparks in Kabinen getarnt dicht an die Tiere herankommen und in riesigen Vogelvolieren mit Wasserfällen und Dschungelcampbrücken Abenteuer erleben. Bei Dunkelheit wird es Führungen geben, mit Nachtsichtgeräten. Und wer einmal im Uhrzeiger herum läuft übers Gelände vom Schloss Friedrichsfelde aus, der wird eine Weltreise machen durch Landschaft mit Tieren aus Europa und Asien, über die Afrikaregion und die Urwaldzone bis nach Nord- und Südamerika. Das Motto: „Ab in die Wildnis!“ Die Botschaften der Länder können da miteinbezogen werden.

Alles neu beim Zoo-Haupteingang

Und im Zoo in der City-West bekommt der Haupteingang mit dem Löwentor ab Spätsommer und bis 2017 ein neues, besucherfreundlicheres Gesicht.
Diese Details zur Modernisierung von Zoo und Tierpark gab der neue Direktor Andreas Knieriem bei einem Vortrag beim Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) bekannt. Die ersten Maßnahmen zur energetischen Sanierung der 270 veralteten Gebäude im Tierpark laufen schon an. Nun können auch die fünf Millionen Euro des Senats investiert werden – es gehe durch den bürokratischen Weg bei der Verwendung öffentlicher Gelder in Berlin nicht schneller, erklärte der Zoochef.

Keine Warteschlangen mehr, die Gäste verschrecken

Für Knieriem gab es Zwischenapplaus, Ahs und Ohs. Zehn bis längstens zwanzig Jahre werde die Umsetzung der Masterpläne dauern. Die deutschen Zoos zählten jedes Jahr mehr Gäste als die Bundesliga, scherzte Knieriem – und in Berlin gehören Zoo, Aquarium und Tierpark zu den am stärksten besuchten Einrichtungen. Dann zeigte er eine Präsentation, die viele nur den Kopf schütteln oder nicken ließen. Also: 16 000 Besucher stehen im Schnitt täglich an den Zooeingängen Schlange, 65 Prozent davon kommen nicht aus Berlin. Ihr Anreiseweg mit den Öffentlichen: weniger als 30 Minuten. Berliner Besucher kommen hauptsächlich aus den alten West-Bezirken.

Spreepark Plänterwald
Kreisel im Grünen. 1992 wurde am Eingang das Karussell „Roting Cup“ errichtet – auch heute ein beliebtes Fotomotiv. Die Tassen, einst aus dem in Konkurs gegangenen französischen Freizeitpark „Mirapolis“ gekauft, drehen sich noch immer.Alle Bilder anzeigen
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20.06.2012 12:38Kreisel im Grünen. 1992 wurde am Eingang das Karussell „Roting Cup“ errichtet – auch heute ein beliebtes Fotomotiv. Die Tassen,...

Endlich ein Zoo-Shop für Souvenirs

Auch die Touristen wollen gerne Geld ausgeben für Souvenirs und Mitbringsel, können es aber nicht. Es gibt keinen modernen Zoo-Shop am Ausgang. Oder: An starken Tagen stehen die Leute Schlange bis zur Budapester Straße. Und viele geben auf, da sie keine Lust haben, beim Berlin-Besuch so viel Zeit mit Anstehen zu verplempern. Was dem Zoo (Motto: „Mittendrin!“) da an Einnahmen entginge, weil die Leute woanders einkaufen, sagte Knieriem. Daher soll nach den Sommerferien ein moderner Eingangsbereich entstehen mit doppelt so vielen und modernen Kassen und Eindrücken schon während der Wartezeit. Sein Vorgänger Bernhard Blaszkiewitz predigte ja immer, man dürfe keine Tiere abgeben, damit mehr Platz für andere geschaffen wird, um den Ruf der artenreichsten Einrichtung der Welt nicht zu verlieren. Doch Knieriem zeigte Studien: der Zoo könne 1600 Arten vorweisen („Nirgendwo auf der Welt sieht man so viele Tiere!“), dann folgt Pilsen mit 1300, und weitabgeschlagen die meisten Zoos der Welt mit unter 1000 Arten. Da gehe also was zugunsten der Lebensqualität. „Positive Gefühle gegenüber einem Tier und dem, wie man seinen Lebensraum retten kann, stellen sich nämlich nur ein, wenn man sich beim Anblick wohlfühlt.“.

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