Berlin : Andrew Lloyd Webber tabellarisch

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In wenigen Sätzen von Andrew Lloyd Webber zu berichten, ist fast unmöglich. Das ist schon zum Scheitern verurteilt, wenn man vor der Tatsache, dass der Musicalmacher am Mittwoch in Berlin war, kurz noch einmal von Bedeutung und Verdiensten des Mannes erzählen will. Hilft nur die tabellarische Form. Also. Andrew Lloyd Webber: mindestens sechs Welterfolge (Cats, Jesus Christ Superstar, Evita, Phantom of the Opera und so weiter). Sechs Tonys, drei Grammys, fünf Larrys und ein Oscar. Drei Spitznamen (Lloydie, Fred und Alw), drei Hochzeiten, ein Adelstitel und ziemlich viele Pferde. Die züchtet der 54Jährige zuhaus in Irland mit Frau Madeleine. Ach, ja fünf Kinder.

Webber war also in Berlin. Einen Tag nur, könnte man der Tabelle hinzufügen. Nachdem er vor elf Tagen die Cats-Premiere verpasst hatte, war er nun doch noch gekommen. Die Berliner sollten sich nicht zurückgesetzt fühlen, denn bislang war Webber bei jeder Umsetzung seines Katzen-Musicals dabei. Für die Tabelle: Mindestens 300 Mal Cats in 30 Ländern, und ja, tatsächlich, er gibt es zu: Manchmal könne er die Hits tatsächlich nicht mehr hören.

Da saß er also, in einem nach Schokokeksen duftenden Raum im Hyatt, in lila Hemd, fliederfarbener Krawatte, roter Hose und brauner Jacke, was automatisch den Verdacht nahe legte, dass Webber ein paar Kostüme hat mitgehen lassen, als er kürzlich in London das wunderbar bunte Drama „Bombay Dreams“ produziert hat (übrigens: Heute Abend geht die Queen hin). Seine Stimme kollerte tief in der Kehle, und schon sprach er wieder von neuen Projekten. Neulich habe er ein tolles Buch gelesen, „The Woman in White“ heiße es und sei 1860 geschrieben worden. Eine Art Thriller. Ob er es wirklich umsetzt – mal sehen.

Und das war’s dann auch schon wieder, Lloyd Webber musste rüber ins Theater, Katzen gucken. Noch ein letztes Mal die Lloydie-Tabelle: wenig Zeit, viel Energie. rcf

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