Anklage : Sido wegen angeblicher Steinwürfe vor Gericht

Die Hand ist nach seinem Auftritt als rammender Promi-Pilot bei Stefan Raabs "Stock Car Crash Challenge" verknackst und bandagiert. Das Dilemma vom Wochenende dürfte aber nicht ausreichen, um Sido seine heutige Rolle zu ersparen: Der Rapper muss auf die Anklagebank.

Kerstin Gehrke
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Sido -Foto: ddp

Es geht um einen Streit in einem Café in Friedrichshain vor mehr als zwei Jahren. Derb in der Wortwahl und mit steinharten Wurfgeschossen soll der erfolgreiche Musiker ausgerastet sein. Die Anklage gegen den 28-Jährigen, der inzwischen die glänzende Totenkopfmaske abgelegt hat und junge Leute vor Drogen und Gewalt warnt, lautet auf Beleidigung, Bedrohung und versuchte gefährliche Körperverletzung. Allein auf Letzteres steht eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten. Es ist also keine Bagatelle, die das Amtsgericht Tiergarten prüfen muss.

Die „Strafsache Paul Würdig“, so der bürgerliche Name des Rappers, geht auf einen Zoff am frühen Nachmittag des 20. August 2007 zurück. Sido saß mit seiner Lebensgefährtin in der „Aroma-Bar“ in der Warschauer Straße. Warum es plötzlich laut und ungemütlich wurde, ist strittig. Der Rapper soll später erklärt haben, dass der Kontrahent seine Freundin angebaggert habe. Mit ständigen Luftküssen und Blicken. Aus Sicht der mutmaßlichen Opfer, ein Mann und dessen ältere Begleiterin an Krücken, eskalierte ein bereits älterer Streit um einen Parkplatz.

Sido soll laut Anklage wütend gedroht haben: „Ich stech’ dich ab!“ und „Mit der einen Krücke erschlag ich deine Mutter, die andere stecke ich dir in den A…“. Später habe er vom Hinterhof aus vier Pflastersteine durch das geöffnete Fenster in Richtung der älteren Dame geworfen, ohne zu treffen. Fest steht: Gegen 13.30 Uhr kam die Polizei. Ob Sido mit einem Knacks in seinem bislang makellosen Vorstrafenregister rechnen muss, will der Richter nach etwa dreistündiger Verhandlung entscheiden. Der Prozess soll um 11.30 Uhr im Saal 672 im Moabiter Kriminalgericht beginnen.

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