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Anzeige wegen Schwarzarbeit : DGB: Betrug auf Baustelle in Schönefeld

Eine am Bau des neuen Flughafens in Schönefeld beteiligte Firma soll nach Informationen des Gewerkschaftsbunds mindestens 40 Arbeiter aus Ungarn um den Lohn geprellt haben. Der Flughafenbetreiber spricht von "Einzelfällen".

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Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung für das Flughafen-Desaster übernommen. Am 24.05.2013 wies er jedoch eine persönliche Verantwortung für die mehrfache Verschiebung des Eröffnungstermins im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses von sich. Doch nun, Mitte Dezember ist sein Comeback als Aufsichtsrat sicher.Weitere Bilder anzeigen
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13.12.2013 10:52Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung...

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat einer am Bau des Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld beteiligten Firma vorgeworfen, Arbeiter durch einbehaltenen Lohn betrogen zu haben. „Die Glamini Ausbau GmbH mit Sitz in Bad Reichenhall hat mindestens 40 ungarische Bauarbeiter um Lohn geprellt“, sagte die Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Doro Zinke, am Freitag. Der Schaden soll bis zu 200.000 Euro betragen, es wurde Anzeige wegen Schwarzarbeit gestellt.

Der Betreiber des Flughafens wies die Anschuldigungen zurück. Bei der beschuldigten Firma sprang am Freitag eine Bandansage in mehreren Sprachen an: „vorübergehend nicht erreichbar“. Das Unternehmen war auch über die angegebene Handynummer nicht zu erreichen. „Es liegen Hinweise vor, dass die Firma ihre Zelte in Bad Reichenhall abgebrochen und der Prokurist das Unternehmen verlassen hat“, hieß es beim DGB. Die ungarisch-österreichische Firma wurde als Sub-Subunternehmen mit Arbeiten beim Lüftungs-, Wasser- und Heizungsbau beauftragt. Die ausländischen Beschäftigten arbeiteten seit Mitte Oktober am Bau des Terminals mit. Der im Arbeitsvertrag vereinbarte Stundenlohn von elf Euro wurde ihnen laut DGB nie ausgezahlt – stattdessen gab es ein Taschengeld von 20 Euro pro Woche.

Auf Druck des DGB wurde den Männern von einem Ersatzunternehmen je 300 Euro überwiesen, damit sie über Weihnachten heimfahren konnten. In seinen Presseunterlagen hat der DGB dieses Unternehmen namentlich genannt. Der Geschäftsführer fühlt sich jetzt zu Unrecht mit den Negativschlagzeilen in Zusammenhang gebracht. Er sagte gegenüber dem Tagesspiegel, man habe im Gegenteil der Gewerkschaft dabei geholfen, den Fall aufzuklären.

Den Arbeitern wurden Job und Unterkunft in Neukölln fristlos gekündigt. Einige erhielten vom Ex-Arbeitgeber Schadenersatzforderungen im vierstelligen Bereich. Der DGB will Klagen ermöglichen; solche Fälle gebe es öfter.

Bei den Berliner Flughäfen hieß es, man fordere „von allen Firmen, die auf der Baustelle tätig sind, eine Tariftreueerklärung“. Der dargestellte Fall sei ein Einzelfall, er werde geprüft.

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