Berlin : Arbeitslose zu verleihen

Die Personalservice-Agenturen starten mit der Job-Vermittlung

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Karsten König ist der erste Berliner, der einen vom Arbeitsamt geförderten Arbeitsvertrag mit einer so genannten PersonalserviceAgentur (PSA) abgeschlossen hat. Der Industriemechaniker wurde vom Arbeitsamt Süd an die Agentur Tertia Personal-Service vermittelt, die jetzt versuchen wird, den 25-jährigen Schwerbehinderten über Leiharbeit in ein festes Arbeitsverhältnis zu bringen. Je schneller dies gelingt, desto höher ist die Prämie, die die Agentur kassiert.

Die PSA ist ein Kernstück des Hartz-Konzeptes zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Die Agenturen arbeiten zunächst nach dem klassischen Muster der Zeitarbeit: Sie verleihen ihre Mitarbeiter, die sie mit Lohnkostenzuschüssen der Arbeitsämter eingestellt haben, befristet in Betriebe. Die Ämter suchen Kandidaten aus, die Entscheidung darüber, ob ein Bewerber geeignet ist, liegt jedoch bei den Agenturen. Von der Beschäftigung auf Zeit erhoffen sich die Ämter den „Klebe-Effekt“ – dass nämlich ein Arbeitnehmer im Betrieb „kleben bleibt“ und so einen dauerhaften Job erhält. Ab April werden neun Agenturen im Auftrag des Arbeitsamtes Süd, zuständig für die Bezirke Neukölln und Treptow-Köpenick, ihre Arbeit aufnehmen. Sie sollen zusammen 590 Arbeitsplätze bereitstellen. Weitere Vermittlungsunternehmen werden in den nächsten Monaten folgen.

Allerdings wird nur ein Bruchteil der Berliner Arbeitslosen über diese Methode einen neuen Arbeitsplatz finden. Denn lediglich 2800 Menschen werden an eine PSA vermittelt werden können. Das ist nicht einmal ein Prozent der knapp 318 000 Arbeitslosen. sik

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