Berlin : Asien-Pazifik-Wochen: Wirtschaft und Kultur - 16 Nationen in diesem Jahr dabei

Rolf Brockschmidt

"Normalbürger haben von Asien oft klischeehafte Vorstellungen", hat kürzlich Singapurs Botschafter Walter Soon in Berlin gesagt. Er dankte der Stadt für die Möglichkeit, sein Land und weitere 15 Staaten der Region hier präsentieren zu können. Was 1995 eine spontane Idee war und 1997 zum ersten Mal, noch ein wenig improvisiert, umgesetzt wurde, hat sich mittlerweile zu einer respektablen Veranstaltungsreihe entwickelt, die ihresgleichen in Europa sucht. "Die Asien-Pazifik-Wochen sind ein Beitrag Berlins zur Globalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Sie sollen uns für einen weltweiten Wettbewerb der Produkte und Ideen rüsten", hatte 1997 der damalige Regierende Bürgermeister Diepgen gesagt und - bemerkenswert in diesen Zeiten - sein Nachfolger Klaus Wowereit hat kein Problem damit, diese Reihe fortzusetzen.

Wie schon 1997 und 1999, als Japan den Schwerpunkt bei den Asien-Pazifik-Wochen bildete, lädt die koordinierende Senatskanzlei Botschaften, Institutionen und Veranstalter ein, sich mit Programmbeiträgen zu beteiligen. 16 Nationen sind es in diesem Jahr, die sich - je nach ihren Möglichkeiten - kulturell und oder wirtschaftlich einbringen. Es liegt an den einzelnen Staaten oder Organisationen, ob sie es schaffen, sich mit einem Programm zu beteiligen. So kann es vorkommen, dass das eine oder andere Land vermisst wird, andere aber, wie etwa Bangladesh und Singapur, erstmals teilnehmen.

Glücklicherweise hat sich bei den Veranstaltern die Erkenntnis durchgesetzt, dass man sich im asiatisch-pazifischen Raum, der trotz aller krisenhaften Entwicklungen einiges an Wachstumsmärkten zu bieten hat, nicht nur auf bi- und multilaterale Wirtschaftsveranstaltungen beschränkt, die vor allem der Berliner Industrie und dem Berliner Mittelstand Investitionsanreize und Geschäftsmöglichkeiten öffnen wollen. Wer dort erfolgreich sein will, muss sich auch mit der Kultur des jeweiligen Landes oder der Region beschäftigen, muss die interkulturellen Stolpersteine erkennen und Einfühlungsvermögen in die kulturellen Gegebenheiten zeigen.

Daher ist neben den Wirtschaftstagen, die zu den einzelnen Ländern veranstaltet werden, das reichhaltige Kulturprogramm das zweite wichtige Standbein der Asien-Pazifik-Wochen, das vor allem die breite Öffentlichkeit anspricht. Wer erst einmal ein wenig schnuppern will, dem sei der Markt der Asiatisch-Pazifischen Kulturen auf dem Schloßplatz empfohlen. Dort präsentieren sich die einzelnen Staaten mit Bühnenkunst sowie Verkaufs- und Infoständen zum touristischen Angebot.

Höhepunkt in diesem Jahr ist das China Fest, mit dem sich die Volksrepublik China erstmals in diesem Umfang im Ausland präsentiert. Es liegt nun an den Berlinern, das Angebot anzunehmen und über den Erfolg zu entscheiden.

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