Berlin : Attraktion am Zoo: Neuer Standort für das Riesenrad

Gleich zwei Investoren konkurrierenum dasProjekt Bezirke sind dafür, der Senat hat das letzte Wort

Stefan Jacobs

Das seit Jahren geplante Riesenrad soll in der City West errichtet werden. Als bevorzugter Standort ist nach Informationen des Tagesspiegels der Wirtschaftshof des Zoos im Gespräch. Das Gelände befindet sich drei Gehminuten vom Bahnhof Zoo entfernt jenseits der Bahntrasse, zwischen TU-Gelände und Busbahnhof.

Anders als bei dem ursprünglich vorgesehenen Standort am Gleisdreieck unterstützen diesmal auch die beteiligten Bezirke das Projekt. Das Areal gehört zum Bezirk Mitte und grenzt an Charlottenburg-Wilmersdorf. Der dortige Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) will zwar den genauen Standort nicht bestätigen, sagt aber: „Wir würden das Riesenrad als Gewinnbringer für die City West begrüßen.“ Die Erfahrungen des 2000 eröffneten „London Eye“ hätten gezeigt, dass umliegende Einrichtungen davon profitierten – was für die City West wegen der bevorstehenden Abkoppelung des Bahnhofs Zoo vom Fernverkehr besonders wichtig sei. Auch Mittes Bezirksbürgermeister Joachim Zeller (CDU) unterstützt das Vorhaben: „Da auch der Zoodirektor sich Synergieeffekte für die Besucherzahlen verspricht, befürworten wir das.“ Aus der Zoodirektion war keine Stellungnahme zu erhalten.

Gleich zwei Investoren wollen das rund 60 Millionen Euro teure Projekt realisieren: Der Schausteller Adolf Steiger aus Bad Oeynhausen und die World Wheel Berlin Holding mit ihrem Geschäftsführer Michael Waiser, die auch das Tempodrom übernehmen will. Waiser sagte dem Tagesspiegel, er würde das Riesenrad zwar nach wie vor am liebsten neben dem Tempodrom errichten lassen, prüfe aber auch alternative Standorte. Noch sei nichts spruchreif, aber „an der Finanzierung scheitert es nicht“. Auch Konkurrent Steiger hat nach eigenen Angaben eine Finanzierung – und ergänzt, dass ein zentral gelegener Standort Bedingung sei, um die wirtschaftlich notwendige Besucherzahl zu erreichen. Deshalb komme beispielsweise der Plänterwald in Treptow nicht in Frage. Mehr will Steiger vorerst nicht sagen.

Ein ganz anderes Standortproblem tat sich bei dem Areal nördlich des neuen Hauptbahnhofes auf, das ebenfalls im Gespräch war: Im südlichen Teil sprachen Sicherheitsbedenken wegen der Nähe zum Regierungsviertel gegen das 180 Meter hohe Riesenrad. Der nördliche Teil wiederum ist zu abgelegen von Kanzleramt und Reichstag und böte keinen so spektakulären Ausblick. Damit sich die Investition lohnt, müssten vermutlich weit mehr als eine Million Besucher jährlich eine Runde mit dem Riesenrad drehen. In Singapur, wo mit dem „Singapore Flyer“ demnächst das weltweit einzige vergleichbar große Riesenrad in Betrieb geht, rechnen die Betreiber mit 2,5 Millionen Besuchern pro Jahr.

Bei dem Berliner Projekt wird die Stadtentwicklungsverwaltung das letzte Wort haben. Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gilt grundsätzlich als Befürworterin, will aber noch nicht Stellung nehmen. Zunächst müsse das Thema intern diskutiert werden, heißt es aus der Verwaltung.

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