Berlin : Aus der Mode

Ebbinghaus am Spittelmarkt weicht Hotelneubau

Mit der Demontage des alten Schriftzugs des Modegeschäfts Ebbinghaus an der Leipziger Straße in Mitte haben gestern die sichtbaren Vorbereitungen für ein Hotelprojekt und die geplante Verlängerung der Axel-Springer-Straße zum Spittelmarkt begonnen. Bis Ende Juni soll der als „Spittelboutique“ bekannte Flachbau verschwinden. Zu DDR-Zeiten residierte dort ein Exquisit-Laden, der internationale Mode zu hohen DDR-Mark-Preisen verkaufte. Später zog die traditionsreiche Modehandlung Ebbinghaus ein.

Nun soll dort ein zehnstöckiges Zwei-Sterne-Haus der Hotelkette Motel One mit 304 Zimmern entstehen und spätestens Anfang 2010 eröffnen. Bauherren sind die Willmeroth Projektentwicklungsgesellschaft und die Immobilienfirma „msc“. Der Bauantrag wurde im Mai gestellt, die Genehmigung steht noch aus; einen positiven Bau-Vorbescheid hat der Bezirk aber schon erteilt. Anwohner befürchten eine Verschattung ihrer Wohnungen. Diese Sorgen wollen die Investoren bei einem Informationsabend zerstreuen, zu dem sie gemeinsam mit der Stadtentwicklungsverwaltung und dem Bezirk einladen (23. Juni, 18.30 Uhr, im „Club Spittelkolonnaden“, Leipziger Straße 47).

Parallel zu den Hotelbauarbeiten soll die Axel-Springer-Straße nach Norden verlängert werden. Um den nötigen Platz zu schaffen, wird das Hotel neben dem bisherigen Altbau errichtet. Der Straßenausbau ist Teil eines Gesamtkonzepts für den Spittelmarkt. Nach dem Planwerk Innenstadt des Senats soll er seine einstige dreieckige Form zurückerhalten.

Die 1945 in Friedenau gegründete Modehandlung Ebbinghaus musste 2003 Insolvenz anmelden, hat aber neue Läden in Potsdam, in der Seydelstraße am Spittelmarkt und am Rathaus Friedenau. Als „Marken-Mode-Outlet“ setzt sie auf niedrige Preise. Den Schriftzug aus der Leipziger Straße wollen die dortigen Investoren aufbewahren und später vielleicht einen neuen Platz dafür finden. CD

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