Berlin : AUS DEM GERICHT

Tödliche OP: Schönheitschirurg kommt gegen Kaution frei

Zwei Wochen nach seiner Festnahme im Gerichtssaal kommt Schönheitschirurg Reinhard Sch. gegen eine Kaution von 30 000 Euro frei. Das entschied gestern das Landgericht. Der 58-Jährige, dem der Tod einer 49-jährigen Patientin vorgeworfen wird, muss sich zweimal wöchentlich melden und darf Berlin nicht verlassen. Sch. hatte die Frau ohne Anästhesisten operiert. Nach einem Herz-Kreislauf-Zusammenbruch lag sie stundenlang in der Praxis des Chirurgen. Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge. Aus einem Hinweis des Gerichts ging hervor, dass auch eine Verurteilung wegen Totschlags oder Mordes durch Unterlassen zu prüfen sei. Der Prozess wird am 5. Januar fortgesetzt. K. G.

Naziparolen gegrölt:

Drei junge Männer verurteilt

Aus der Wohnung in Pankow drang unüberhörbar Nazimusik: Drei 21- bis 25-jährige Männer wurden gestern wegen Volksverhetzung, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Sachbeschädigung verurteilt. Gegen den ältesten Angeklagten erging eine Geldstrafe von 1800 Euro. Die Mitangeklagten sollen jeweils 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und eine Geldauflage von 500 Euro zahlen. Die jungen Männer hatten vor drei Jahren in der Pankower Wohnung eines Bekannten lautstark rechte Musik abgespielt und Texte mitgegrölt. Zwei der Angeklagten war zudem vorgeworfen worden, Wahlplakate von CDU, SPD und PDS zerstört zu haben. K. G.

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