• Baden verboten: Chemikalien im Groß-Glienicker See Zwei weitere Gewässer sind stark mit Keimen belastet

Berlin : Baden verboten: Chemikalien im Groß-Glienicker See Zwei weitere Gewässer sind stark mit Keimen belastet

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Drei Berliner Seen sind derzeit so stark verunreinigt, dass Badegäste sie meiden sollen. Für den GroßGlienicker See zwischen Spandau und dem Land Brandenburg sprachen die Behörden am Freitag ein striktes Badeverbot aus. Unbekannte hatten am Ufer 20 Bäume mit einer ätzend riechenden Mischung aus Pflanzenschutzmitteln, Dieselöl und einer weiteren Chemikalie begossen.

Wegen Belastungen mit Fäkalkeimen rät das Landesamt für Arbeits- und Gesundheitsschutz außerdem vom Baden im Heiligensee in Reinickendorf und im Strandbad Weißensee in Pankow ab. Empfindliche Menschen und Kleinkinder könnten nach dem Baden unter Übelkeit, Erbrechen und Durchfall leiden, heißt es. In Weißensee traf die Nachricht zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt ein: Der neue Pächter feierte gerade die Wiedereröffnung. Der Regisseur Oliver Schulz hat die Anlage bis 2005 von den Bäderbetrieben übernommen und will sie auch als „Kulturstandort etablieren“.

Eventuell können die Schilder, die nun vor dem Baden warnen, aber schon in der kommenden Woche wieder verschwinden. Dann sollen Messergebnisse aus Folgekontrollen in den drei Seen vorliegen, wie Landesamts-Sprecher Robert Rath ankündigte.

Unterdessen breiten sich wieder Blaualgen aus. Erhöhte Mengen gibt es momentan in 26 Berliner und 10 Brandenburger Gewässern – darunter die Obere und Untere Havel. Wer zu viel Wasser mit giftigen Rückständen der Alge schluckt, kann unter Übelkeit, Erbrechen und Hautreizungen leiden. Im schlimmsten Fall sind Leberschäden möglich. Eltern sollten besonders auf Kleinkinder aufpassen. Als Faustregel für Badende gilt: Kann man in knietiefem Wasser die Fußzehen nicht sehen, ist Vorsicht geboten. CD

Badestellen-Kontrollen im Überblick:

www.badegewaesser.berlin.de

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