Berlin : Bahnhof Stresow: Bald 50 Parkplätze weniger

Rainer W. During

Auf heftigen Protest im Bezirk ist die Absicht der Deutschen Bahn AG gestoßen, rund 50 Park- und Ride-Plätze am Bahnhof Stresow ersatzlos zu streichen. In einem Schreiben hat Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) den Verkehrsträger aufgefordert, die Planung zu revidieren. Die für die Fahrgäste kundenfeindliche Maßnahme zeige wieder einmal, dass bei der Bahn offenbar eine Abteilung nicht wisse was die andere mache, so die Kritik im bezirklichen Bauausschuss.

1909 hatte die Bahn das Areal dem damaligen Magistrat der Stadt Spandau für eine noch heute gültige Anerkennungsgebühr von zehn Mark im Monat für Verkehrszwecke überlassen. Anlass waren damals der Bau der Bahnunterführung im Zuge der heutigen Grenadierstraße sowie einer Wendekehre für die Straßenbahn. Heute dient das Gelände als Bus-Wendeschleife, Taxihalt und stets gut frequentierter Parkplatz.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die Bahn den Parkplatz gesperrt und an einen Gebrauchtwagenhändler verpachtet. Doch das Bezirksamt pochte auf den nach wie vor geltenden Vertrag. Das Geschäft musste rückgängig gemacht werden. Jetzt hat eine Immobilienfirma der Bahn die fast 100 Jahre alte Vereinbarung fristgemäß zum 31. August gekündigt, teilte Röding im Ausschuss mit. Rechtliche Möglichkeiten dagegen gibt es nicht, so der Baustadtrat. Fraglich sei allerdings, ob die Rechnung der Bahn, mit der Verpachtung der Fläche Geld zu verdienen, aufgeht. Denn mit der Kündigung fällt auch die Verkehrssicherungs- und Schneebeseitigungspflicht für den Bereich der Buskehre vom Bezirk zurück an den Verkehrsträger. Bei der Bahn hieß es, Spandau könne das Grundstück ja kaufen.

Auch mit dem neuen Fernbahnhof gegenüber dem Rathaus hat der Bezirk nach wie vor seine Probleme. Die ursprünglich versprochene Überdachung des Vorplatzes sei von der Bahn schlichtweg eingespart wordem, beklagt sich Bürgermeister Konrad Birkholz (CDU). Auch der lange geforderte Einbau kundenfreundlicherer Türen lässt auf sich warten. Und die öffentlichen Toiletten werden, wie berichtet, viel zu früh geschlossen. Nach einem Vorstoß beim Bahnvorstand hofft der Bürgerdeputierte Jürgen Czarnetzki nun, dass die Spandauer Belange dort künftig mehr Gehör finden.

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