Berlin : Bankenaffäre: Freispruch für Ex-Manager

Nach achtmonatigem Prozess war es der angeklagte Manager, der zufrieden den Gerichtssaal verlassen konnte. Manfred Schoeps, ehemaliger Geschäftsführer der Bankgesellschafts-Immobilientochter IGB, wurde gestern vom Vorwurf der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Teils von Plattenbauwohnungen des Immobilienunternehmens Aubis freigesprochen.

Schoeps, 63, war vorgeworfen worden, mit weiteren Managern 1996/97 bei der Übertragung der Plattenbauten Grunderwerbssteuern hinterzogen zu haben. 2,35 Millionen Euro seien dem Fiskus entgangen. Im Falle des damaligen IGB- Chefs ging es um eine Tat durch Unterlassen. Er habe den Kauf von Gesellschaftsanteilen durch den Fonds dem Finanzamt nicht angezeigt, wurde ihm zur Last gelegt. „Ich fühle mich unschuldig“, hatte Schoeps erklärt. Die Richter kamen nun zu der Auffassung, dass Schoeps nicht verpflichtet war, die Übertragung der Plattenbauten anzuzeigen. Nach einer neuen Entscheidung des Bundesfinanzhofs bestehe Anzeigepflicht erst, wenn mehr als 94 Prozent der Anteile übernommen werden. Im vorliegenden Fall aber waren sechs Prozent bei den beiden Aubis-Managern Christian Neuling und Klaus-Hermann Wienhold verblieben. „Freispruch aus Rechtsgründen“, urteilten die Richter.

Bei Prozessbeginn sollten fünf Männer auf der Anklagebank sitzen. Der Platz von Neuling, einer der Schlüsselfiguren in der Bankenaffäre, blieb leer. Ein Gutachter hatte ihm eine Verhandlungsunfähigkeit aufgrund einer seelischen Erkrankung attestiert. Zwei Angeklagte waren zu elf Monaten beziehungsweise zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. K. G.

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