Berlin : Bankenkrise

Andreas Conrad kommt in Marzahn nicht mehr zur Ruhe

Andreas Conrad

Brechts „Dreigroschenoper“ ist in die Jahre gekommen, dem globalen Geldfluss nicht länger angemessen. Für drei Groschen bekommt man heute schon deswegen nichts, weil es keine Groschen mehr gibt. Und dann dieser einst schockierende Angriff aufs Bankenwesen: „Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ Nur noch Ewiggestrige rauben Banken aus, vorbei die Zeiten von Bonnie und Clyde, die sich noch nicht mit Zeitsperren am Tresor und ähnlichen Techniktricks herumärgern mussten. Und schon der Blick auf die neueste Kriminalitätsentwicklung zwänge Brecht zum Umschreiben seiner Oper. Denn was ist der Einbruch in eine Bank gegen den Diebstahl von 31 Bänken? Kein Verschnaufen mehr auf Marzahns Wanderwegen, nirgends können dort Bankräuber auf der Flucht keuchend innehalten. Bleibt die Frage: Wie nennt sich der neue Besitzer von 31 Parkbänken? Bankier?

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