Berlin : Bauarbeiter erobern Yorckstrasse

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In den Ferien zu bauen, ist sicherlich eine gute Entscheidung. Für die Hiergebliebenen ist die Baustelle unter den Yorckbrücken dennoch ein Ärgernis. Noch dazu, weil die Straße wegen über zweijähriger, 1994 beendeter Bauarbeiten an Abwasser- und Regenwasserkanälen noch in schlechter Erinnerung ist. Seit Anfang August flickt die Gasag nun unter den zwei Spuren Richtung Kreuzberg an sechs Stellen Gasrohre, der Verkehr rollt jeweils einspurig auf der gegenüberliegenden Seite.

Vermutlich dauert der Ärger noch zweieinhalb Wochen: Die Straße muss bis zum Schulbeginn am 30. August frei befahrbar sein. Dauern die Reparaturen dann noch an, können die Straßenverkehrsbehörden sogar die Beendigung verfügen. Für die Verkehrsverwaltung zählt die Yorckstraße derzeit zu den schlimmsten baubedingten Stauschwerpunkten der Stadt. Andere sind durch Arbeiten auf der Stadtautobahn, Höhe Spandauer Damm, durch die Fahrbahnerneuerung am Falkenseer Platz in Spandau und Gleisarbeiten an der Warschauer Brücke in Friedrichshain bedingt. Wie an der Yorckstraße wurden an rund 50 Stellen Straßenarbeiten in die Ferien verlegt, um die Belastung möglichst gering zu halten. Insgesamt werden dieses Jahr an fast 1500 Orten Hauptverkehrsstraßen aufgerissen.

Bestimmt hat den Bautermin an der Yorckstraße die Informations- und Koordinierungsstelle (InKo) der Verkehrsverwaltung. Sie koordiniert größere Arbeiten, um Staus zu reduzieren. So soll erreicht werden, dass der Asphalt an einer Stelle nicht zweimal aufgerissen werden muss, wenn die Gasag an ihre Rohre will und auch die Bewag Reparaturen vor hat. Eine Entlastung erwartet sich InKo-Leiter Peter Rimmler von einer Novelle des Straßengesetzes: Ab 12. September müssen die Tiefbauämter der InKo alle Baustellen melden und nicht nur - wie bisher - diejenigen, die es länger als vier Wochen gibt und die größer als 50 Quadratmeter sind. Ab dann muss die InKo beispielsweise jeden Abwasserschacht, der repariert wird, einplanen.

An der Yorckstraße arbeitet die Gasag derzeit mit Hochdruck. Undichte Stellen in den Stahlrohren müssen geschweißt werden. Eigentlich war Drei-Schicht-Betrieb geplant. Dieser ist laut Gasag wegen des unerwartet hoch stehenden Grundwassers, das an dieser Stelle nicht rund um die Uhr abgepumpt werden kann, unmöglich.

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