Berlin : Bauen statt fahren im Nahverkehr

Jetzt ist auch die U-Bahn-Linie U 3 zur Krummen Lanke unterbrochen. Einschränkungen gibt es derzeit im gesamten Netz der BVG und der S-Bahn

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Für Fahrgäste im Nahverkehr bleibt und wird es in den nächsten Monaten auf vielen Strecken ungemütlich. Zu den zahlreichen Baustellen, die es bereits gibt, kommt jetzt die Großbaustelle auf der UBahn-Linie U 3 hinzu. Von morgen an sperrt die BVG zunächst den Abschnitt von der Krummen Lanke bis zum Thielplatz. Voraussichtlich ab dem 18. Juli wird die Sperre dann bis zum Breitenbachplatz ausgedehnt. Erst vom 4. September an sollen wieder Züge zwischen Krumme Lanke und Breitenbachplatz fahren.

Seit Jahren saniert die BVG auf diesem Abschnitt die Gleise, die zwischen den Stationen Podbielskiallee und Krumme Lanke im Freien liegen. Immer wieder war der Verkehr deshalb wochenlang unterbrochen worden. Jetzt entschloss sich die BVG, die restlichen Arbeiten in einem Stück auszuführen. Das dadurch auf einmal fällig werdende Geld wurde mühsam zusammengekratzt. Die bevorstehenden Arbeiten kosten 10,1 Millionen Euro.

Die Strecke vom Wittenbergplatz zum Thielplatz war 1913 eröffnet worden, Ende 1929 folgte dann der Weiterbau bis Krumme Lanke. Nun werden in mehreren Abschnitten 7,1 Kilometer Gleis und 10 Kilometer Stromschienen erneuert. Dabei ersetzt die BVG die Holz- durch Betonschwellen, die länger halten. Der Schotter wird an Ort und Stelle gereinigt, was laut werden kann. Dadurch werden aber 2000 Lastwagenfahrten zur Ab- und Anfuhr des Schotters vermieden, hat die BVG ausgerechnet.

Auch auf der U 6 Richtung Tegel dehnt die BVG von morgen an die Sperrung aus. Fuhren bisher die Züge von Alt-Mariendorf nur bis Kurt-Schumacher-Platz, enden sie jetzt täglich ab etwa 20.30 Uhr bereits im Bahnhof Seestraße. Busse fahren vom Leopoldplatz bis Alt-Tegel. Hier baut die BVG ein elektronisches Stellwerk. Züge sollen wieder ab 9. Mai fahren.

Umsteigen in Busse müssen auch Fahrgäste der Straßenbahn: bei der M 4 und der N 54 auf der Berliner Allee in Weißensee, auf der Linie 60 am Fürstenwalder Damm in Friedrichshagen sowie vom 7. Mai an bei der M 10 im Bereich der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg, wo ebenfalls umfangreiche Arbeiten stattfinden.

Bei der S-Bahn gibt es Einschränkungen vor allem auf der Nord- Süd-Strecke, weil im Tunnel neue Signalanlagen eingebaut werden, sowie auf der Ringbahn durch den Neubau des Bahnhofs Papestraße.

Überlegungen, Fahrgäste wegen der vielen Beeinträchtigungen zu entschädigen, sind nicht weiter verfolgt worden. München hatte aus diesem Grund einmal für ein Jahr Tariferhöhungen ausgesetzt.

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