Bauprojekt : Hochhaus am Hauptbahnhof: Erster Baustein der Eurocity

Das Mineralölunternehmen Total will seine Deutschlandzentrale eröffnen. Die Senatsbaudirektorin spricht von einem fulminantem Auftakt für neues Quartier.

Christian van Lessen

Vorgesehen sind 17 Stockwerke für 500 Beschäftigte, im Sommer 2012 soll Eröffnung sein: Das erste Hochhaus – der erste Neubau des geplanten Stadtteils an der Heidestraße nördlich vom Hauptbahnhof überhaupt – kündigt sich an. Die Grundstücksgesellschaft Vivico hat einen Mietvertrag mit dem Mineralölunternehmen Total unterzeichnet, das hier seine Deutschlandzentrale einrichten will. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher bezeichnete den angekündigten Neubau am Freitag als „fulminanten Auftakt für die Entwicklung des Quartiers an der Heidestraße“. Das Gebiet heißt jetzt übrigens „Eurocity“. Der Name klingt griffiger als „Quartier Heidestraße“.

Der Neubau soll im Bereich der Tunnelzufahrt Heidestraße entstehen und an den nördlichen Bahnhofsvorplatz, den Europaplatz, grenzen. Das Hochhaus, mit dem Baubeginn wird 2010 gerechnet, ist als verbindendes Element zwischen dem Hauptbahnhof und dem neuen Stadtteil geplant. Der besteht heute zum großen Teil aus dem ehemaligen Containerbahnhofsgelände und weiterem Brach- und Gewerbegebiet. Das Mineralölunternehmen beauftragte das Berliner Architekturbüro Barkow Leibinger mit der Planung, die genauen Entwürfe müssen aber mit der Vivico, dem Senat und dem Bezirksamt Mitte abgestimmt werden. Total-Sprecherin Delphine Saucier rechnet damit, im September einen fertigen Entwurf präsentieren zu können. Das Unternehmen sitzt mit seiner deutschen Gesellschaft seit 1994 an der Schützenstraße in Mitte.

Die Sprecherin kündigte an, der Neubau werde klimafreundlich sein, in der Nähe sei auch eine Total-Tankstelle geplant, die Wasserstoff anbiete. Die Senatsbaudirektorin betonte, es sei wichtig, im Sockelbereich des Hochhauses eine „überzeugende, städtebauliche Einbindung zu finden“. Die Planung für das Gebäude spreche für die „Flexibilität und Güte“ des gesamten Masterplans für das Gelände. Es ist rund 40 Hektar groß, mit 600 000 Quadratmetern Büro- und Wohnfläche soll es fast dreimal so umfangreich wie der Potsdamer Platz werden. Der Masterplan ist die Voraussetzung für die Baugenehmigungen.

Die Entwicklung des Geländes, das bestätigte am Freitag Vivico-Sprecher Wilhelm Brandt, erfolgt von Süden nach Norden. Vivico istHaupteigentüber der Flächen, zehn Hektar haben die Deutsche Bahn, rund sechs Hektar das Land Berlin. Geplant sind im  Zeitraum von rund 15 Jahren etwa 1800 Wohnungen, größere Park- und Grünflächen, eine Promenade am Kanal und ein neues, zentral gelegenes Hafenbecken.

Die Heidestraße soll zum grünen Boulevard werden, flankiert von Büro- und Geschäftsbauten, mehr zum Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal entstehen hochwertige Wohnungen – dazu wird es den „Kunst-Campus“ am Hamburger Bahnhof mit weiteren Galerien geben.

Für das Entwicklungsgebiet wurde im Frühjahr 2008 ein städtebaulicher Wettbewerb veranstaltet, die Ergebnisse beeinflussten den Masterplan, der im Mai vom Senat beschlossen wurde.

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