Berlin : Bausaison bei der Straßenbahn

Die neue Strecke zum Alex ist fast fertig. Andernorts beginnen Reparaturen

Klaus Kurpjuweit

Freude und Ärger für Fahrgäste bei der Straßenbahn. Nach jahrelangen Querelen mit unterbrochenen Bauarbeiten kann die zweite Verbindung zum Alexanderplatz, „Alex II“ genannt, nun am 30. Mai eröffnet werden. Rund 18 Millionen Euro wird der insgesamt 1,2 Kilometer lange Neubauabschnitt dann gekostet haben. Die BVG rechnet mit täglich etwa 20 000 Fahrgästen auf dem Abschnitt vom so genannten Prenzlauer Tor bis zur Dircksenstraße am Alexanderplatz. Anderswo dagegen müssen Fahrgäste in diesem Jahr häufig in Busse umsteigen, weil die BVG gleich mehrere Großbaustellen im bestehenden Netz plant.

„In Köpenick werden wir die Welt etwas durcheinanderbringen“, kündigte Straßenbahnchef Klaus-Dietrich Matschke gestern an. Sieben Linien können fast einen Monat lang – vom 28. April bis zum 27. Mai – nicht mehr durch die Altstadt fahren. Zwischen dem Schloßplatz und der Müggelheimer Straße sowie der Ecke Bahnhofstraße/Lindenstraße fahren dann als Ersatz Busse.

Die Zeit, in der der Bezirk das Pflaster in der Altstadt erneuern lässt, nutzte die BVG, um neue Gleise in der Kirchstraße einzubauen, sagte Matschke. Weil die BVG hier ihr lärmarmes Gleissystem installiere und außerdem die Kurvenradien vergrößere, werde auch der Lärm verringert. Etwa 680 000 Euro werden diese Arbeiten kosten.

Billiger und kürzer, aber mindestens ebenso nachteilig für die Fahrgäste sind Arbeiten am Hackeschen Markt. Dort muss für rund 122 000 Euro das vor zehn Jahren eingebaute Gleis in der Burgstraße erneuert werden. Es ist nach Matschkes Angaben das meistbefahrene Straßenbahngleis in Deutschland; fast im Minutentakt kommen hier Bahnen. Jetzt seien die Gleise so verschlissen, dass sie ausgetauscht werden müssten, sagte Matschke. Die Arbeiten sollen vom 2. bis 11. Juni erfolgen. Zwischen Alexanderplatz und Hackeschem Markt müssen die Fahrgäste auf Busse ausweichen. Während der Sperrung nutzt die BVG auch die neuen Alex-II-Anlagen für andere Linien.

Fünf Wochen lang, vom 10. April bis zum 14. Mai, wird auch am Knotenpunkt Hohenschönhauser Straße/Weißenseer Weg gebaut. Hier investiert die BVG 501 000 Euro. Und 3,7 Millionen Euro muss sie ausgeben, um vom 29. Mai etwa zwei Monate lang die Gleise auf der Kreuzung Greifswalder /Danziger Straße zu erneuern und auf einem 1,2 Kilometer langen Abschnitt der Greifswalder Straße ein neues begrüntes Gleis zu legen.

Und die Buddelei geht weiter. In diesem Jahr sind außerdem Arbeiten an den Gleisen auf der Warschauer Straße, der Prenzlauer Allee/Danziger Straße, der Invalidenstraße, der Kastanienallee, der Falkenberger Chaussee und der Wartenberger Straße vorgesehen. 10 bis 15 Millionen Euro steckt die BVG jährlich in die Grundinstandsetzung ihres Netzes.

Doch nicht immer muss die BVG die Arbeiten zahlen. An der Chausseestraße in Mitte muss der Bund die Kosten übernehmen, weil die Gleise wegen des BND-Neubaus umgebaut werden müssen. Und am S-Bahnhof Adlershof, wo die Bahn und der Senat eine neue Brücke bauen lassen, müssen die Bauherren die Kosten des Gleisbaus ersetzen.

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