Berlin : Bausenator Klemann will das Projekt noch vor seinem Abschied erfolgreich abschließen

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Der Ende der kommenden Woche aus dem Amt scheidende Bausenator Jürgen Klemann (CDU) ist offenbar gewillt, noch kurz vor seinem Abschied eine Entscheidung über die Sanierung und Modernisierung des Olympiastadions vom Senat absegnen zu lassen. Wie es gestern in der Verwaltung hieß, will Klemann am Montag eine Vorlage einbringen, in der einer der drei Bewerber in dem Bieterverfahren als Favorit genannt wird. Unwidersprochen blieben gestern Meldungen, wonach es sich dabei um den Bayrischen Konzern Walter Bau handeln soll. Walter Bau würde demnach die Konkurrenten Hochtief und Depfa-Immobilien aus dem Feld schlagen. Aus Gründen des strengen Wettbewerbsrecht will sich in der Verwaltung niemand zu diesen Spekulationen äußern.

Ein Vorteil von Walter Bau könnte die Kooperation mit dem niederländischen Kreditinstitut sein, das bereits bei der Erstellung der Amsterdamer Arena mitwirkte. Dieses Stadion hatte der Bausenator vor Monaten im Rahmen eines Informationsbesuchs auch in Augenschein genommen. Das Gebot der Walter Bau soll sich zudem finanziell in einem für Berlin günstigen Bereich bewegen. Bislang war man von Sanierungs- und Modernisierungskosten in Höhe von rund 550 Millionen Mark ausgegangen. Da die Finanzierung noch eine Reihe von Unbekannten enthält, ist man auf Beliner Seite daran interessiert, die Baukosten so niedrig wie möglich zu halten.

Bislang sind allein 100 Millionen Mark an Bundeszuschüssen sicher, um das marode Oval für eine etwaige Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 nach den strengen Regularien herzurichten. Unklar ist, in welcher Höhe sich ein Investor und Betreiber sowie Hertha BSC als Hauptmieter des Stadions an den Aufwendungen beteiligen werden. Senator Klemann wie auch die ebenfalls aus dem Amt scheidende Sportsenatorin Ingrid Stahmer (SPD) hatten vor Wochen anlässlich des Besuchs einer Fifa-Kommission in Berlin erklärt, die Umbaukosten für das Stadion ließen sich zur Not auch durch Mittel aus dem Berliner Landeshaushalt decken.

Fest steht, dass die Pläne des Architektenbüros Gerkan, Marg und Partner weiterhin Grundlage für den Umbau sind. Die Ursprungspläne der Architekten wurden bereits mehrfach verändert. So nahm man von einer mobilen Tribünenkonstruktion auch aus Kostengründen Abschied und erhöhte auf Druck von Hertha BSC die Anzahl der vermarktbaren Logen und kommerziellen Einrichtungen.

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